Schilddrüse:

Aufgaben und Fehlfunktionen

Die kleine Drüse in Schmetterlingsform wiegt zwischen 18 Gramm bei Frauen und etwa 25 Gramm bei Männern. Mit ihren reiskornkleinen Nebenschilddrüsen liegt sie an der Vorderseite des Halses. Über die Hormonausschüttung reguliert sie die Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen. Steuerorgan der Schilddrüse ist ein Anhängsel des Hypothalamus – die Hypophyse. Sie ist über die Rückkopplung immer über den Hormonbedarf informiert.

Doch bei etwa jedem dritten Erwachsenen gerät dieses fein austarierte System aus dem Gleichgewicht. Hormonelle Fehlfunktionen können die Folge sein genauso wie eine Veränderung in Größe oder Beschaffenheit der empfindlichen Drüse. Zum Glück sind die meisten Erkrankungen gut behandelbar. Und jeder kann durch seine Lebensweise die Arbeit der Schilddrüse unterstützen.

Kleines Organ, riesige Aufgaben: Die bekanntesten Schilddrüsenhormone sind T3 und T4. Sie übernehmen eine wichtige Schutzfunktion und beeinflussen unser Herz-Kreislaufsystem, unseren gesamten Stoffwechsel, unsere Darmaktivität, aber auch unser Wachstum, unsere Muskelkraft und nicht zuletzt unsere Psyche. Unsere Schilddrüse produziert täglich Botenstoffe, ist aber genauso in der Lage, diese zu speichern, um sie bei Bedarf freizusetzen. Für die Hormonbildung benötigt die Schilddrüse verschiedene Ausgangsstoffe wie Eisen, Selen und besonders Jod. Unser Körper kann Jod nicht selbst herstellen und auch nur begrenzt speichern. Nur wenn wir regelmäßig genügend Jod mit der Nahrung aufnehmen, kann unsere Schilddrüse die wichtigen Botenstoffe bilden.

Fehlfunktionen kann man manchmal sogar sehen. Produziert die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone, macht sich das meist längere Zeit gar nicht bemerkbar. Doch dann stellen sich Symptome ein oder die Schilddrüse tritt durch eine Vergrößerung deutlich am Hals hervor. Höchste Zeit für einen Arztbesuch, um eine eventuell vorliegende Fehlfunktion mithilfe der Schilddrüsenwerte T4, T3 und TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon) im Blut, eines Ultraschalls oder eines Szintigramms abklären zu lassen. Meist ist eine Schilddrüsenerkrankung gut behandelbar. Doch auch wenn die Schilddrüse störungsfrei arbeitet, kann sie jede Unterstützung gebrauchen. Hier spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Auch durch den Verzicht aufs Rauchen kann man das Risiko für eine Schilddrüsenerkrankung deutlich senken.

Kropfbildung

Struma lautet der Fachausdruck für eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse mit manchmal knotigen Arealen, deren häufigste Ursache ein Jodmangel ist. Um einem möglichen Engpass an Hormonen zuvorzukommen, bildet die Schilddrüse vermehrt hormonproduzierende Zellen. Symptome sind: Druck- oder Engegefühl am Hals, vermehrtes Räuspern, äußerliche Sichtbarkeit.

Überfunktion (Hyperthyreose)

Ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen macht sich bemerkbar durch eine Übernervosität, Herzrasen, eine Gewichtsabnahme, ständigen Durst oder Verdauungsprobleme mit Blähungen und Durchfall sowie Bluthochdruck.

Unterfunktion (Hypothyreose)

Ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, ein geschwollenes Gesicht, Haarausfall oder eine Gewichtszunahme können Symptome einer Unterfunktion sein. Ein Zuwenig an Hormonen lässt sich meist durch Medikamente ausgleichen.

Hashimoto-Thyreoiditis

Auch eine Schilddrüsenentzündung kann erhebliche Probleme bereiten. Die häufigste Form ist Hashimoto, eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Substanzen die Schilddrüse angreifen. Die genauen Ursachen für solche Vorgänge sind noch nicht bis ins Letzte geklärt, Frauen sind jedoch weitaus häufiger betroffen als Männer.

SO UNTERSTÜTZEN SIE IHRE SCHILDDRÜSE

Jod

Eine ausreichende Jodaufnahme ist wichtig für die Hormonbildung. Jod steckt in Seefischen und Meeresfrüchten, Spinat, Brokkoli, Feldsalat, Eiern, Milch, Parmesan, Nüssen, aber auch in manchem Speisesalz. Achtung: Rauchen behindert die Jodaufnahme und erhöht das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen um das Doppelte. Bei Hashimoto sollte man jedoch auf den Verzehr größerer Jodmengen, etwa durch die Einnahme von Jodid-Tabletten, verzichten.

Selen

Selen wirkt beruhigend auf entzündliche Prozesse und unterstützt die Wirkung der Hormone. Paranüsse enthalten besonders viel Selen, gute Lieferanten sind auch Linsen, Fleisch, Fisch und Eier. Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln, eine Überdosierung kann zu Gelenkschmerzen, Nervenleiden, Verdauungsproblemen und Sehund Gedächtnisstörungen führen.

Gutes Stressmanagement

Ein dauerhaft hoher Stresshormonspiegel kann die Funktion anderer hormoneller Regelkreise beeinträchtigen und so Erkrankungen der Schilddrüse begünstigen. Unterstützen kann ein guter Umgang mit Stress: Entspannungstechniken lernen und üben, Abschalten bei Bewegung im Freien, Ruhezeiten einplanen, Hobbys pflegen.

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