Schmerz- und angstfrei beim Zahnarzt:

BETÄUBUNG,
DÄMMERSCHLAF,
VOLLNARKOSE
UND HYPNOSE

Fast ein Fünftel der Menschen in Deutschland hat bei jedem Zahnarztbesuch Angst. Allein die Vorstellung einer schmerzhaften Behandlung an Zahn, Kiefer und Co. sorgt bei vielen für Schweißausbrüche und Zurückhaltung vor dem nächsten Kontrolltermin. Dabei kann die Zahnmedizin das Wohlbefinden des Patienten oder der Patientin und auch das Schmerzempfinden gut kontrollieren.

Am geläufigsten ist die örtliche Betäubung. Dämmerschlaf oder Vollnarkose kommen hauptsächlich bei größeren Eingriffen wie dem Setzen mehrerer Implantate zum Einsatz. Hypnotische Verfahren können – beispielsweise bei Unverträglichkeiten von Medikamenten – ebenfalls angewandt werden.

Die örtliche Betäubung oder Lokalanästhesie schaltet das Schmerzempfinden durch die Blockade sensibler Nervenenden vollständig aus. Damit auch der Einstich der Spritze, mit der das Betäubungsmittel verabreicht wird, nicht schmerzt, kann die Einstichstelle vorher vereist oder mit einem Schmerzgel benetzt werden.

Der Dämmerschlaf reduziert beunruhigende Außenwahrnehmungen, Stress wird reduziert und die Behandlungszeit als kurz erlebt. Bei dieser Narkoseart bleiben Patientin oder Patient bei Bewusstsein, die eigene Atmung wird nicht unterdrückt, die Ansprechbarkeit bleibt erhalten. Die Aufwachphase ist kurz, man kehrt schnell wieder in den Alltag zurück. Für den Dämmerschlaf werden Sedierung und Schmerzmittel miteinander kombiniert.

Eine Vollnarkose kann bei umfangreichen Zahnbehandlungen sowie bei Angst- und Risikopatientinnen und ‑patienten angewandt werden, sofern sie medizinisch erforderlich ist. Sie wird wie der Dämmerschlaf über die Nasenmaske oder mit einer Spritze verabreicht. Es handelt sich um eine Kombination aus schnell wirksamem Schlafmittel, Schmerzmittel sowie muskellähmenden Medikamenten. Wahrnehmung und Schmerzempfindung sind ausgeschaltet. Es findet eine künstliche Beatmung statt. Dämmerschlaf und Vollnarkose werden anästhesistisch eingeleitet und überwacht.

Hypnose kann – wie eine Betäubung oder eine Narkose – Schmerzempfinden und Außenwahrnehmung komplett ausschalten. Sie eignet sich in der zahnärztlichen Behandlung in manchen Fällen auch als Alternative zur Vollnarkose. Allerdings bieten nicht alle Zahnarztpraxen dieses Verfahren an – und nicht jeder Mensch spricht darauf an, 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind entweder gar nicht oder nur sehr schwer hypnotisierbar.

Wie wirkt Hypnose in der zahnmedizinischen Behandlung?

Hypnose macht’s möglich: Zahnarztbesuch ganz entspannt und ohne Angst auch für all diejenigen, die diesen Termin am liebsten immer nur aufschieben würden. Anders als eine Lokalanästhesie setzt die medizinische Hypnose nicht beim lokalen Geschehen im Mundbereich an, sondern wirkt über das Gehirn und versetzt die Hypnotisierten in Trance.

In diesem veränderten Bewusstseinszustand richtet sich die Aufmerksamkeit konzentriert nach innen, Ängste und Schmerzen werden einfach und effektiv ausgeblendet. Die Behandlung ist im Nu überstanden. Und das alles geht ganz ohne Zauberei – die Wirksamkeit von Hypnose, auch als klinische Hypnose oder Hypnotherapie bekannt, ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt und anerkannt. Das Hypnoseverfahren funktioniert allerdings nicht immer: Zehn Prozent aller Menschen gelten als nicht hypnotisierbar. Heute bietet ungefähr jede zehnte Zahnarztpraxis in Deutschland die zahnmedizinische Behandlung in Hypnose an.

Veränderter Bewusstseinszustand durch Hypnose

Eine veränderte Wahrnehmung ist vielen Menschen auch außerhalb der Hypnose im Alltag bekannt: Wenn wir ganz konzentriert bei der Sache sind, verschwindet das Gefühl für Zeit und Raum. Tagträume, Fieberzustände, Phasen extremer Erschöpfung, überwältigende emotionale Erlebnisse, aber auch durch Drogen herbeigeführte Rauschzustände sowie die Innigkeit einer Meditation sind andere Formen eines veränderten Bewusstseins. Dieses empfinden wir entweder als beängstigend oder auch als angenehm und beflügelnd.

Hypnose bewirkt eine Veränderung im Gehirn, indem sie die Aufmerksamkeit der hypnotisierten Person auf wohlige Gefühle, besondere Vorstellungen, schöne Erinnerungen oder positive Gedanken lenkt, die dann sehr intensiv wahrgenommen werden. Diese Veränderungen sind mithilfe bildgebender Verfahren deutlich messbar.

Für das Schmerzempfinden zuständige Hirnareale sind unter Hypnose weniger aktiv

Gleichzeitig dringen Ablenkungen, zu denen auch Ängste und Schmerzempfinden gehören, nicht in das Bewusstsein vor. Eine veränderte Schmerzwahrnehmung konnte von Forschenden aus Deutschland nachgewiesen werden: In einem Versuch waren Personen Schmerzimpulsen an der Hand ausgesetzt. Der Schmerz wurde unter Hypnose als deutlich weniger stark empfunden als ohne die durch Hypnose herbeigeführte Trance.

Im Gehirn kamen die Impulse zwar während beider Phasen gleich stark an, doch die Wahrnehmung war jeweils eine andere. Die Hirnareale sind unter Hypnose also nicht nur unterschiedlich aktiv, sondern sie kommunizieren auch anders miteinander. Schmerzempfinden wird dabei verändert, gelindert oder ganz ausgeblendet. Hypnose hat darüber hinaus entspannende Auswirkungen auf den ganzen Körper: der Blutdruck sinkt, der Atem wird ruhiger, der Puls verlangsamt sich.

Dem gegenüber steht der Wirkmechanismus einer Lokalanästhesie: Chemische Betäubungsmittel, die entweder oberflächlich aufgebracht oder injiziert werden, unterbrechen gezielt die Schmerzleitungsfunktion der Nerven und ermöglichen so eine schmerzfreie Behandlung.

Tiefenentspannt im Zahnarztstuhl

Die Hypnose arbeitet mit der Kraft der Vorstellung. Der Hypnotiseur oder die Hypnotiseurin leitet mit Worten und Gesten die Konzentration nach innen auf schöne Erlebnisse, persönliche Erfahrungen und individuelle Kraftquellen. Die hypnotisierte Person wird immer ruhiger, entspannter und gelangt sozusagen an den persönlichen Wohlfühlort. Da wird dann bei der Zahnbehandlung das Geräusch des Bohrers zum Meeresrauschen oder zum Brausen des Windes in den Bäumen, mit geschlossenen Augen erscheint die grelle Beleuchtung wie eine wohlig wärmende Sonne. Die behandelte Person steht nicht mehr unter Stress, die Zahnärztin oder der Zahnarzt kann leichter und zügiger arbeiten. Betäubungsmittel können entweder reduziert oder ganz weggelassen werden.

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