Sechs-Wochen-Check:

Augenblick mal,
bitte!

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Das Kinderspiel „Blinde Kuh“ vermittelt uns einen guten Eindruck, wie wichtig das Sehen für unsere Orientierung ist. Ganz hilflos sind wir ohne den Sehsinn zum Glück nicht, denn bei fehlender Sehfähigkeit übernehmen andere Sinne Orientierungsaufgaben: Wir nehmen Geräusche bewusster wahr und lernen, sie hinsichtlich ihrer Richtung und Entfernung einzuschätzen. Wir tasten uns vorsichtig vorwärts, indem wir die Arme ausstrecken und die Füße behutsam voreinander setzen. Doch das Zurechtfinden bleibt mühsam, denn die Augen sind nun einmal unsere zuverlässigsten Sinnesorgane, wenn es um eine sichere Orientierung geht.

Deshalb: Richten Sie Ihr Augenmerk für sechs Wochen ganz auf Ihre Augen. Ändern Sie in dieser Zeit doch einmal Gewohnheiten, die schädlich für Ihre Augen sind – nehmen Sie neue Gewohnheiten an, die Ihren Augen gut tun. Natürlich ist es wünschenswert, die neu erworbenen Verhaltensweisen auch über die sechs Wochen hinaus beizubehalten!

EMPFINDLICH UND GEFÄHRDET

Nicht immer funktionieren unsere Augen einwandfrei. Fehlsichtigkeit und Augenerkrankungen sind weit verbreitet. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen leiden an einer Fehlsichtigkeit. Von Kurzsichtigkeit sind etwa 25 Prozent betroffen, Tendenz steigend. Altersweitsichtigkeit – beginnend im mittleren Lebensalter – betrifft etwa 95 Prozent aller Älteren. Die häufigsten Augenerkrankungen sind die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD), der Grüne Star (Glaukom) sowie der Graue Star (Katarakt). Eine eingeschränkte Sehfähigkeit aufgrund einer AMD im Frühstadium haben etwa 20 Prozent der 65- bis 74-Jährigen, mit zunehmendem Alter erhöht sich die Zahl der Betroffenen. Im Endstadium kann AMD zur völligen Erblindung führen. Etwas mehr als ein Prozent aller Menschen in Deutschland sind vom Grünen Star betroffen, mit dem Alter nimmt das Risiko zu. Das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland. Unter dem Grauen Star, einer Linsentrübung mit allmählichem Sehverlust, leiden etwa 90 Prozent der über 65-Jährigen, hier spricht man von einem Grauen Altersstar.

Fehlsichtigkeiten und Erkrankungen können altersbedingt, genetisch veranlagt oder durch unsere Lebensweise mitverursacht sein. Rauchen und ein übermäßiger Konsum von Alkohol beispielsweise schädigen langfristig unsere Augen. Erfahren Sie mehr darüber, was Sie selbst tun können, um Ihre Augen gesund und leistungsfähig zu erhalten.

WAS DIE AUGEN AUCH VERRATEN

Unsere Augen sind auch ein Indikator für ganz andere Erkrankungen, die zunächst erst einmal nichts mit den Augen zu tun haben. So lässt der Zustand des Augenhintergrundes Rückschlüsse zu über den Zustand der Gefäße im gesamten Körper. Werden bei einer Untersuchung des Augenhintergrundes verdickte Gefäßwände oder kleine Einblutungen auf der Netzhaut entdeckt, könnte ein Bluthochdruck die Ursache sein. Auch Diabetes kann die kleinen Blutgefäße der Augen schädigen. Eine gelbliche Verfärbung der Bindehaut deutet möglicherweise auf eine Erkrankung von Galle oder Leber hin, Entzündungen am Auge können erste Anzeichen einer rheumatischen Erkrankung sein.

Sagenhaftes Auge

In vielen Kulturen werden dem Auge magische Kräfte zugeschrieben. Dem Volksglauben nach kann der böse Blick – oft wurde er Personen mit seltenen Augenfarben zugeschrieben – anderen Menschen Schaden zufügen. Schutz vor diesem vermeintlichen Zauber boten Amulette, Schutzsprüche, Abwehrgesten und -handlungen. Verstorbenen werden die Augen aus Pietätsgründen geschlossen, dem Aberglauben zufolge aber auch, um sich selbst vor den lebenden Toten zu schützen. Das Auge der Vorsehung symbolisiert die allsehende und allwissende Gottheit. Die Vorstellung vom inneren Auge steht für eine über das bloße Sehen hinausreichende Erkenntnis. Der indische Gott Shiva trägt ein drittes Auge auf der Stirn, hinter der das Energiezentrum für Intuition und Hellsichtigkeit verortet ist. Und der nordische Gott Odin gab ein Auge im Tausch, um Weisheit – sprich geistige Sehkraft – zu erlangen.

Auch in unserer Alltagssprache nehmen viele Redewendungen Bezug auf das Auge und das Sehen. Es gibt die Liebe auf den ersten Blick. Eine gute Nachricht in harten Zeiten ist ein wahrer Lichtblick. Kluge Menschen bezeichnen wir im übertragenen Sinn als weitsichtig, weniger kluge als kurzsichtig. Wenn wir besonders erstaunt oder gierig sind, machen wir redensartlich Stielaugen. Oder es gehen uns die Augen über.

SO FUNKTIONIERT UNSER AUGE

Das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile unserer Augen mit unserem Gehirn lässt uns Dinge klar sehen: Von einem Gegenstand reflektierte Lichtstrahlen werden durch die Hornhaut gebündelt und fallen durch die Pupille auf die dahinter liegende Linse. Die farbige Regenbogenhaut, auch Iris genannt, stellt die Pupille bei Dunkelheit weit und verengt sie bei Helligkeit. Die Linse bündelt das Licht dann so, dass es durch den Glaskörper auf die Netzhaut projiziert wird. Hier befinden sich weit mehr als 100 Millionen Sehzellen, wobei die Zapfen auf das Farbsehen spezialisiert sind, während die Stäbchen Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen und das Sehen in Dämmerung und Dunkelheit ermöglichen. Der sogenannte Gelbe Fleck (Macula lutea) im hinteren Zentrum der Netzhaut weist die weitaus höchste Dichte an Sehzellen auf. Das auf der Netzhaut entstehende Abbild ist zwar scharf, steht jedoch auf dem Kopf. Die Sehzellen, auch Fotorezeptoren genannt, verwandeln das Licht in Nervenimpulse, die über den Sehnerv ins Gehirn gelangen. Hier werden die Signale weiterverarbeitet und wir erkennen den gesehenen Gegenstand, nunmehr vom Kopf auf die Füße gestellt.

Unterstützt wird die Sehfähigkeit der Augen durch die Augenbrauen, die Wimpern, die Tränendrüsen, die Augenlider, die Augenhöhle und die Lederhaut: Die Augenbrauen bieten Schutz vor Schweiß von der Stirn, die Wimpern schützen vor Staubpartikeln, die Tränendrüsen stellen reinigende Tränenflüssigkeit her und die Augenlider können Fremdkörper mit dem Lidschlag entfernen, Augen mit Tränenflüssigkeit befeuchten sowie das Auge vor zu viel Helligkeit schützen. Das empfindliche Auge liegt zudem nahezu vollständig in der Augenhöhle. Die den Augapfel fast komplett umschließende Lederhaut bietet zusätzlichen Schutz.

Termin beim Augenarzt

Vereinbaren Sie einen Termin in einer augenärztlichen Praxis bei jeder von Ihnen wahrgenommenen Veränderung des Sehvermögens. Dies gilt auch bei einer Verletzung im Bereich der Augen oder Beschwerden wie dauerhaft tränenden oder geröteten Augen. Die medizinische Versorgung ist gemäß dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen für Sie selbstverständlich kostenlos.

Zusätzlich bieten viele augenärztliche Praxen Ihnen jedoch weitere Untersuchungen an, deren Kosten Sie allerdings selbst übernehmen müssen. Zu diesen sogenannten IGeL-Leistungen (IGeL = Individuelle Gesundheitsleistungen) gehören etwa zur Früherkennung eines Glaukoms eine Augenspiegelung mit Augeninnendruckmessung, eine Heidelberg Retina Tomographie (HRT) oder eine Optische Kohärenztomographie (OCT). Den Nutzen dieser Untersuchungen sieht der IGel-Monitor – erstellt vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) – als nicht hinreichend durch wissenschaftliche Studien belegt an und bewertet ihn daher als „tendenziell negativ“. Gleiches gilt für eine OCT für die Früherkennung einer feuchten AMD.

Hier ist Eile geboten

Augenärztliche Notfälle sind starke, anhaltende Augenschmerzen, auffällige Sehverschlechterungen sowie akute Sehstörungen, etwa wenn Doppelbilder, Lichtblitze oder schwarze rußartige Flecken auftauchen, ferner Augenverletzungen durch Schnitt, Schlag, Verbrennungen, Verätzungen oder wenn ein Fremdkörper ins Auge gelangt ist.

HAGELKORN ODER GERSTENKORN?

Ähnliches Erscheinungsbild, unterschiedliche Ursache: Ein korngroßes Knötchen am Ober- oder Unterlid kann ein Gerstenkorn oder ein Hagelkorn sein.

Für ein Hagelkorn sind verstopfte Drüsengänge ursächlich. Es entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. Es geht zwar mit einer Rötung, aber kaum mit Schmerzen einher. Ein größeres Hagelkorn jedoch verursacht Druck im Auge, die Sehfähigkeit wird beeinträchtigt, eine Bindehautentzündung kann wegen der verstärkten Reibung folgen.

Hinter einem Gerstenkorn steckt immer eine bakterielle Entzündung. Es bildet sich rasch, ist mit Eiter gefüllt und kann sehr schmerzhaft sein. Um eine Ansteckung des gesunden Auges sowie anderer Personen zu vermeiden, sollte man nach einer Berührung des entzündeten Augenlids die Hände immer gründlich säubern. Außerdem sollten Handtücher nicht mit anderen Personen geteilt werden.

Hagelkörner treten übrigens häufiger bei Erwachsenen, Gerstenkörner eher bei Kindern auf. Die eindeutige Diagnose erfolgt in der augenärztlichen Praxis. Hagelkörner werden mit sauberen, warmen Kompressen, Augensalben oder -tropfen behandelt. Gerstenkörner heilen oft von allein, antibiotische Salben oder Tropfen können eine Ausbreitung der Infektion verhindern. Nur in seltenen Fällen müssen Hagel- oder Gerstenkörner unter lokaler Betäubung geöffnet und entfernt werden. Ganz wichtig: Bitte nie auf eigene Faust das Korn aufstechen oder ausdrücken. Das könnte nämlich leicht im wahrsten Sinn des Wortes ins Auge gehen.

SO HELFEN SIE IHREN AUGEN!

Das Auge und die Sonne

Sonnenlicht enthält viel Energie. Die UV-Strahlung kann die Augen akut und chronisch schädigen. Schmerzen, eine geschwollene Bindehaut sowie eine vorübergehende Sehbeeinträchtigung können Anzeichen eines Sonnenbrands der Augenoberfläche sein. Besonders häufig kommt es zu dieser Akutschädigung im Hochgebirge, über Schnee oder wenn Wasser die UV-Strahlung reflektiert. Die Beschwerden treten zeitverzögert auf und klingen meist von selbst innerhalb eines Tages wieder ab. Bei schweren Symptomen sollte eine Augenärztin oder ein Augenarzt aufgesucht werden. Kühlende Umschläge und Salben lindern die Beschwerden. Langfristig schädigt UV-Strahlung die empfindliche Netzhaut, erhöht das Risiko für einen Grauen Star sowie für Hautkrebs, der auch die Augenoberfläche und die Augenlider betreffen kann.

Schauen Sie niemals direkt in die Sonne. Schützen Sie Ihre Augen ab einem UV-Index von 3 (einzusehen in Wettervorhersagen oder Wetter-Apps) mit einem Hut, einer Schirmmütze und einer gut angepassten Sonnenbrille mit dem Zeichen „UV400“. Bei Sonnenbrillen lohnt sich die Investition in Qualität – billige Urlaubsmitbringsel sehen vielleicht chic aus, schützen jedoch meist nicht. Wichtig: Verbringen Sie die Mittagszeit an sonnigen Tagen im Schatten.

Übrigens sollte Sonnenschutz auch auf die Augenlider und um das Auge herum aufgetragen werden. Achten Sie am besten auf Produkte für das Gesicht und die empfindliche Augenpartie, um brennende Augen zu vermeiden.

Das Auge bei der Arbeit

Stundenlange Arbeit am Bildschirm ist für die meisten heute Normalität. Bildschirmarbeit ist nicht per se schlecht für die Augen, dennoch treten Augenprobleme wie trockene Augen, Sehschwierigkeiten, Lichtempfindlichkeit und frühes abendliches Ermüden bei vielen Menschen auf.

Optimieren Sie Ihren Bildschirmarbeitsplatz: Die richtige Entfernung zwischen Augen und Bildschirm liegt bei 50 bis 80 cm. Ein individuell angepasster Bürostuhl ermöglicht eine gute Haltung und beugt Verspannungen vor. Ein Platz mit Tageslicht ist optimal. Dabei gilt es jedoch Spiegelungen auf dem Bildschirm zu vermeiden, denn das permanente Ausweichen vor den Reflexen kann zu Fehlhaltungen, Verspannungen und Rückenproblemen führen. Am besten steht der Schreibtisch deshalb seitlich zum Fenster statt direkt davor.

Hochkonzentriertes Arbeiten am Bildschirm verringert den Lidschlag. Machen Sie Pausen, blinzeln Sie, richten Sie den Blick auf weiter entfernte Gegenstände, schließen sie die Augen, um einer Augentrockenheit vorzubeugen.

Wenn Sie in einem klimatisierten Büro arbeiten, nutzen Sie die Pausen für einen kleinen Spaziergang. Sorgen Sie für einen guten Ausgleich in Ihrer Freizeit, reduzieren Sie hier die Zeiten an TV, PC und Smartphone. Lesen bedeutet ebenfalls immer Anstrengung für die Augen, egal ob Papierbuch oder eReader. Sorgen Sie für ausreichend Licht beim Lesen, stellen Sie den eReader in Sachen Schriftgröße und Helligkeit optimal auf Ihre Bedürfnisse ein. Und unterbrechen Sie auch eine spannende Lektüre für einen Ausflug ins Grüne.

Die Sache mit dem blauen Licht

Blaues Licht gehört zu den für das Auge sichtbaren Spektralfarben. Hauptquelle für Blaulicht ist die Sonne, doch auch künstliche Quellen wie Leuchtstoffmittel, Flachbildfernseher, LED-Bildschirme (zum Beispiel Smartphone, Tablet, PC/Laptop) strahlen energiereiches Blaulicht aus. Blaues Licht sorgt – weil das Auge es nicht blockieren kann – für eine stärkere Augenbelastung. Das Risiko für Makuladegeneration kann steigen. Auch hat Blaulicht, weil es auf das körpereigene Schlafhormon Melatonin einwirkt, einen negativen Einfluss auf unseren Schlafrhythmus. Abhilfe können eine entsprechende Geräteeinstellung zur Blaulichtreduktion (sogenannte Blaufilter) oder auch spezielle Brillengläser schaffen.

Das Auge isst tatsächlich immer mit

Dass das Auge mitisst, ist mehr als eine bloße Redensart: Unsere Augen brauchen Nährstoffe. Und die erhalten sie über unsere Nahrung.

Möhren schützen nicht vor einer Brille, auch wenn Hasen als notorische Möhrenliebhaber nie eine tragen. Doch Möhren enthalten viel Vitamin A, das auch gut für das Funktionieren der Sehfähigkeit ist. Dunkelgrüne Gemüse liefern die natürlichen Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin, wichtige Bausteine für den Punkt des schärfsten Sehens, den Gelben Fleck. Omega-3-Fettsäuren aus fetten Fischen, Nüssen und Leinöl haben einen schützenden Effekt für unsere Netzhaut.

Achten Sie auf eine insgesamt abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst. So verringern Sie auch das Risiko für übergewichtsbedingten Bluthochdruck und Diabetes, beide Krankheiten können die Augen schädigen. Ausreichend zu trinken beugt einer Augentrockenheit vor. Verzichten Sie auch weitestgehend auf Genussgifte: Rauchen schädigt die Gefäße – auch die der Augen – und erhöht das Risiko für Augenerkrankungen. Außerdem schränkt Rauchen die Fähigkeit zur Unterscheidung von Kontrasten und Farben ein. Ein Zuviel an Alkohol wiederum verändert die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, trockene Augen können Folge sein. Ausreichend Entspannung und Schlaf komplettieren eine augengesunde Lebensweise.

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Farbenblindheit und Nachtblindheit

Sehschwächen im Bereich des Farbsehens und des Sehens in Dämmerung und Dunkelheit können verschiedene Ausprägungen haben. Die Farbenblindheit reicht von einer Farbsinnstörung – am bekanntesten ist hier die Rot-Grün-Sehschwäche – bis hin zu einer kompletten Farbenblindheit (Achromasie), bei der die Farben nur als Grauschattierungen wahrgenommen werden. Die Nachtblindheit ist eine Sehschwäche in Dämmerung und Dunkelheit, die besonders beim raschen Wechsel vom Hellen ins Dunkle und umgekehrt zu eingeschränkter Sehfähigkeit und Orientierung führt.

Farbenblindheit

Die meisten Menschen sehen die Welt in allen bunten Farben. Das Farbensehen ermöglichen Farbsinneszellen auf der Netzhaut, die sogenannten Zapfen. Sind diese zwar für alle Farben vorhanden, jedoch in ihrer Funktion zum Teil gestört, können manche Farben nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Als Farbsinn- oder Farbsehstörung wird diese Beeinträchtigung bezeichnet. Im Unterschied dazu fehlen bei einer partiellen Farbenblindheit die Zapfen für eine bestimmte Farbe oder sind gänzlich funktionsgestört. Sind gar keine Zapfen vorhanden oder liegt – in seltenen Fällen – eine Störung in dem für das Sehen zuständigen Gehirnareal vor, kommt es zu einer sehr seltenen Achromasie, die Betroffenen nehmen die Welt nur in Grauabstufungen wahr.

Rot-Grün-Sehschwäche

Unser Auge verfügt über Rot-, Grün- und Blauzapfen, die jeweils auf Licht einer bestimmten Wellenlänge reagieren, elektrische Impulse an unser Gehirn weiterleiten, wo dann die Farbe als solche wahrgenommen wird. Ist die Funktion der Rotzapfen gestört, wird die Farbe Rot nicht nur unzureichend wahrgenommen, Betroffene können rote Gegenstände auch kaum von grünen unterscheiden. Bei einer Grünblindheit können nur sehr kräftige Grüntöne erkannt werden, zusätzlich kommt es zu Verwechslungen von rot und grün.

Ursachen und Behandlung

Farbsinnstörungen können angeboren sein. Aber auch eine Erkrankung der Netzhaut, des Sehnervs oder eine Linsentrübung kann das Farbsehen beeinträchtigen. Angeborene Farbsehstörungen sind derzeit nicht behandelbar. Dennoch ist eine augenärztliche Diagnose wichtig. In vielen Berufen und bei der Teilnahme im Straßenverkehr ist es außerordentlich wichtig, dass alle Farben gesehen werden können. Eine plötzlich auftretende Farbsehstörung kann auf eine Erkrankung der Netzhaut oder des Sehnervs hinweisen oder ein erstes Anzeichen für einen Schlaganfall sein und sollte daher schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden.

Nachtblindheit

In Dunkelheit und Dämmerung ist die Orientierung schwieriger als bei Tageslicht. Beim Autofahren wird das oft besonders deutlich, etwa wenn wir in einen dunklen Tunnel hinein oder wieder hinaus ins Helle fahren. Oder wenn das Scheinwerferlicht entgegenkommender Autos zu Sehbeeinträchtigungen und kurzzeitigen Orientierungsproblemen führt. Bei einem plötzlichen Übertritt vom Hellen ins Dunkle und umgekehrt fühlen wir uns zunächst fast wie blind, denn unsere Augen müssen sich an die neuen Lichtverhältnisse erst anpassen. Dieser auch Dunkeladaption genannte Prozess kann bis zu 30 Minuten dauern.

Nachtblindheit: Störung der Sinneszellen

Bei einer Nachtblindheit liegt eine Störung der Sinneszellen in der Netzhaut, hier der Stäbchen vor. Diese sind zuständig für die Wahrnehmung von Hell-Dunkel-Kontrasten, machen die Netzhaut lichtempfindlicher und optimieren das Sehen in Dämmerung und Dunkelheit. Zu unterscheiden ist eine medizinisch als Störung des Dämmerungssehens bezeichnete Sehschwäche von einer echten oder essenziellen Nachtblindheit. Bei einer Beeinträchtigung der nächtlichen Sehfähigkeit sollten die Ursachen augenärztlich abgeklärt werden. Die Diagnose gibt die Therapie vor.

Ursachen und Therapie

  • Genetische Defekte: Nachtblindheit kann angeboren sein. Doch nur etwa 0,04 Prozent der Deutschen leiden an einer sogenannten Retinopathia pigmentosa. Auf ein eingeschränktes Dämmerungssehen im jungen Erwachsenenalter folgt oft ein Verlust der Sehkraft im mittleren Alter. Für diese Form der Nachtblindheit gibt es noch keine wirksame Therapie.
  • Folge anderer Grunderkrankungen: Diabetes kann die Gefäße der Augen so stark schädigen, dass es zu einer Nachtblindheit kommt. Bei dieser sogenannten diabetischen Retinopathie, die zur völligen Erblindung führen kann, ist eine Laserbehandlung möglich.
  • Vitamin-A-Mangel: Bei einer Unterversorgung mit Vitamin A, können die Sehzellen nicht richtig arbeiten. Diese Form kommt in den westlichen Industrieländern praktisch nicht vor.
  • Grauer Star (Katarakt): Bei fortschreitender Linsentrübung kommt es zu einer verminderten Sehfähigkeit in der Dämmerung. Die getrübte Linse kann durch eine Kunstlinse ersetzt werden.
  • Nachtkurzsichtigkeit: Betroffene sehen bei Tageslicht sehr gut, benötigen aber eine Brille, um die nachts auftretende Fehlsichtigkeit auszugleichen.
  • Grüner Star (Glaukom): Eine Schädigung des Sehnervs beeinträchtigt auch die Dunkeladaption. Eine medikamentöse Therapie kann Abhilfe schaffen.
  • Altersbedingte Miosis: Mit zunehmendem Alter kann es vorkommen, dass sich die Pupille bei nachlassendem Licht weniger gut weitet. Dadurch fällt weniger Licht ins Auge, die Sehfähigkeit ist eingeschränkt. Eine Therapie gibt es nicht, bei starker Sehbeeinträchtigung besser nicht mehr Autofahren.

Besondere Vorsicht gilt beim Autofahren: Eine für besseres Nachtsehen benötigte Brille bitte immer tragen. Für eine bessere Sicht die Windschutzscheibe sauber halten. Bei Gegenverkehr nicht direkt ins Scheinwerferlicht schauen, sondern an den rechten Straßenrand.

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Grauer Star ist gut therapierbar

Verschwommenes Sehen, eine verminderte Sehschärfe sowie eine erhöhte Blendempfindlichkeit können erste Symptome einer Linsentrübung, auch als Grauer Star bekannt, sein. Die Erkrankung schreitet meist langsam voran, bleibt zunächst oft sogar unbemerkt. Doch mit der Zeit trübt sich die Linse immer stärker ein, die nachlassende Sehfähigkeit macht sich zunehmend im Alltag bemerkbar: Lesen, Fernsehen, Autofahren und die Orientierung in der Dämmerung werden immer schwieriger. Allerhöchste Zeit für einen Termin in der augenärztlichen Praxis.  

Die gute Nachricht: Ein Grauer Star – der Name nimmt Bezug auf den starren Blick, den unbehandelte und erblindete Betroffene in früheren Zeiten hatten – ist auch im fortgeschrittenen Stadium inzwischen gut therapierbar. Das Einsetzen einer Kunstlinse optimiert die Sehfähigkeit, kann das Tragen einer Brille sogar überflüssig machen und verbessert damit die Lebensqualität von Betroffenen ganz erheblich.

Symptome

Verschleiertes Sehen ist das Leitsymptom für eine Eintrübung der Linse. Alle Dinge erscheinen verschwommen, Konturen verschwimmen zunehmend. Beim Autofahren fühlen sich Betroffene durch das Licht entgegenkommender Fahrzeuge extrem geblendet. Auch die Sehfähigkeit in Dämmerung und Dunkelheit ist eingeschränkt. Manchmal erscheinen Doppel- oder Dreifachbilder, Kontraste werden weniger gut wahrgenommen. Die Sehschärfe in der Nähe lässt genauso nach wie die in der Ferne. Die Linsentrübung schreitet unterschiedlich schnell voran.

Grauer Star: Linsentrübung beeinträchtigt Sehfähigkeit

Fällt das Licht durch eine glasklare Linse, werden auf der Netzhaut scharfe Bilder erzeugt. Doch mit dem Alter lässt die Leistungsfähigkeit der Linse nach. Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, am Grauen Star zu erkranken, die Linsentrübung kann jedoch auch schon in jüngeren Jahren auftreten. Die medizinische Bezeichnung „Katarakt“ leitet sich aus dem Altgriechischen her und bedeutet Wasserfall: Früher glaubte man, dass eine in der Linse herablaufende Flüssigkeit die Verschleierung der Sicht hervorruft.

Heute weiß man, dass die Linse mit der Zeit ihre Elastizität verliert und verhärtet. Zusätzlich kommt es zu Ablagerungen, die Linse wird trüb ähnlich wie eine Milchglasscheibe. Im Spätstadium ist die weißliche Verfärbung – ähnlich wie die Gischt eines Wasserfalls – der Linse durch die Pupille sogar erkennbar. Die häufigste Form der Erkrankung ist der Graue Altersstar. Doch kann ein Grauer Star auch auftreten als Folge von Stoffwechselstörungen, anderen Augenerkrankungen oder Augenverletzungen.

Ein Grauer Star entwickelt sich schleichend. Erste Anzeichen nehmen Betroffene kaum wahr. Wenn allerdings die Sehleistung stark nachgelassen hat und im Alltag oder beim Autofahren zum Sicherheitsrisiko wird, ist der Zeitpunkt gekommen, gemeinsam mit dem Augenarzt oder der Augenärztin zu entscheiden, ob und wann es sinnvoll ist, die getrübte Linse zu ersetzen.

Therapie: Kataraktoperation

Eine medikamentöse Therapie mit Salben oder Tropfen ist beim Grauen Star nicht möglich. Doch mit etwa 800.000 Eingriffen pro Jahr ist die Kataraktoperation, also das Einsetzen einer Kunstlinse, inzwischen zur Routine geworden. Der minimalinvasive Eingriff – er dauert nur wenige Minuten – kann ambulant und unter örtlicher Betäubung erfolgen: Die getrübte Linse wird zunächst entfernt, anschließend wird eine klare Kunstlinse, eine sogenannte Intraokularlinse (kurz: IOL), eingesetzt. Die Linse wird immer individuell angepasst, denn je nach Art der Linse lassen sich zusätzlich bestehende Fehlsichtigkeiten korrigieren, Hornhautverkrümmungen ausgleichen oder das Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit verbessern. Für drei bis vier Wochen wird das operierte Auge mit entzündungshemmenden Tropfen nachbehandelt. Eine Kataraktoperation ist in jedem Alter möglich, und in mehr als 90 Prozent der Fälle verbessert sich das Sehvermögen erheblich.

Risiken minimieren

Zwar gibt es keine absolut sicheren Vorbeugemaßnahmen gegen den Grauen Star. Dennoch lassen sich mit einer gesunden Lebensweise, dazu gehören eine abwechslungsreiche Ernährung und viel Bewegung, die Risiken für eine Linsentrübung minimieren. Rauchen schädigt genauso wie übermäßiger Alkoholkonsum die Augen: Die Versorgung der Augen mit Nährstoffen wird beeinträchtigt, schädliche Stoffwechselprodukte können eine Linsentrübung begünstigen. Ein insgesamt gesunder Lebensstil reduziert außerdem das Risiko für Typ-2-Diabetes und einen damit oft einhergehenden vorgezogenen Altersstar.

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Grüner Star: Kann unbehandelt zur Erblindung führen

Im Frühstadium verläuft diese Augenerkrankung fast völlig ohne Symptome, im Endstadium führt sie, sofern sie unbehandelt bleibt, zum Erblinden. Beim Grünen Star, medizinisch Glaukom genannt, handelt es sich um eine irreparable Schädigung des Sehnervs. Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt ab dem 40. Lebensjahr deutlich an. Doch oft bleibt ein Glaukom über einen langen Zeitraum unerkannt, da Betroffene sich in ihrer Sehfähigkeit kaum beeinträchtigt fühlen. Eine frühzeitige Diagnose kann nur in einer augenärztlichen Praxis gestellt werden.

Symptome

Die individuell wahrgenommene gute Sehleistung kann trügerisch sein. Erste kleine Beeinträchtigungen der Sehschärfe am Rand des Gesichtsfelds können auf ein Glaukom hindeuten. Sie werden aber oft nicht als solche wahrgenommen, denn sie sind weniger auffällig als Unschärfen im Blickzentrum und werden bis zu einem gewissen Grad von dem anderen, gesünderen Auge ausgeglichen. Ein sich entwickelnder Grüner Star verursacht zudem keine Schmerzen. So kann die Schädigung des Sehnervs die Sehkraft schon um bis zu 30 Prozent reduziert haben, bevor Betroffene wegen einer wahrgenommenen Sehminderung einen Augenarzt oder eine Augenärztin aufsuchen. Dabei ist die Früherkennung wichtig, denn die noch verbliebene Sehfähigkeit lässt sich mit der passenden Therapie deutlich länger erhalten.

Formen des Glaukoms und ihre Ursachen

Zu unterscheiden sind primäre und sekundäre Glaukome. Die häufigste Form mit mehr als 90 Prozent aller Fälle ist das primäre Offenwinkelglaukom. Etwa die Hälfte dieser Erkrankungen geht mit einem erhöhten Augeninnendruck von mehr als 21 mm Hg einher. Der Druck erhöht sich, wenn das im Auge ständig neu produzierte Kammerwasser nicht richtig abfließen kann. Lange Zeit war die Diagnose Grüner Star ausschließlich an diesen Wert geknüpft. Heute dagegen weiß man, dass etwa die Hälfte der Glaukome sogenannte Normaldruckglaukome sind. Die genauen Ursachen der primären Formen des Glaukoms sind noch nicht bis ins Letzte erforscht. Neben einem erhöhten Augeninnendruck erhöhen eine familiäre Vorbelastung das Erkrankungsrisiko genauso wie eine Kurzsichtigkeit ab minus fünf Dioptrien. Auch kann eine unzureichende Durchblutung des Auges zu einer nicht umkehrbaren Schädigung des Sehnervs führen. Die Durchblutungsstörungen sind bei Betroffenen oft nicht auf die Augen beschränkt, sondern gehen in einigen Fällen mit schlecht durchbluteten, und daher kalten Händen und Füßen einher.

Eine seltene Variante des primären Glaukoms ist das Winkelblockglaukom, auch als Glaukomanfall bekannt. Hierbei verursacht ein rasch ansteigender Augeninnendruck Symptome wie eine Verhärtung des Augapfels, starke Augen- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit mit Erbrechen. Eine Notfallbehandlung sollte zeitnah erfolgen.

Sekundäre Glaukome treten als Folgeerscheinung anderer Erkrankungen auf. Ursächlich können dann andere Augenerkrankungen sein wie etwa eine Entzündung der Augenhaut (Uveitis), Augenverletzungen oder allgemeine Erkrankungen wie Diabetes, die ebenfalls die Augen schädigen.

Diagnose und Therapie

Eine Augeninnendruckmessung sowie ein Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) können Hinweise auf ein Glaukom geben. Ein erhöhter Augeninnendruck allein ist allerdings noch kein sicheres Indiz für einen Grünen Star, da es auch bei normalen Werten zu einer Erkrankung kommen kann. Umgekehrt kann der Druck erhöht sein, ohne dass sich ein Glaukom entwickelt. Nur durch eine Untersuchung des Sehnervs lässt sich ein Glaukom eindeutig diagnostizieren. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.

Eine dauerhafte Anwendung von Augentropfen kann den Augeninnendruck verringern und den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Falls die medikamentöse Therapie nicht hilft oder zu unerwünschten Nebenwirkungen führt, können auch operative Maßnahmen angezeigt sein. Doch bereits bestehende Schädigungen des Sehnervs lassen sich auch auf diese Weise nicht rückgängig machen. Wohl aber kann das noch vorhandene Sehvermögen länger erhalten werden, wodurch sich die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich erhöht.

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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Schmerzen verursacht diese auch als altersabhängige oder altersbezogene Makuladegeneration bekannte Erkrankung der Netzhaut nicht. Sie bedeutet allerdings einen erheblichen Sehverlust. Im fortgeschrittenen Stadium erscheint die Blickmitte nur noch als dunkler Fleck, der äußere Bereich dagegen bleibt erhalten.

Zwar ist eine AMD, von der in erster Linie Personen ab 60 Jahren betroffen sind, nach derzeitigem Stand nicht heilbar. Doch lässt sich der Sehverlust durch eine entsprechende Therapie verlangsamen. Neben einer genetischen Disposition hat auch unser Lebensstil Einfluss auf unsere Sehfähigkeit und das mögliche Entstehen einer AMD. Mit einer gesunden Lebensweise, dazu gehört viel grünes Gemüse auf dem Teller sowie der Verzicht aufs Rauchen, lassen sich die Risiken für die Erkrankung deutlich reduzieren.

Der Gelbe Fleck: wichtig für scharfes Sehen

Im zentralen, hinteren Bereich der Netzhaut liegt der Gelbe Fleck, medizinisch Macula lutea genannt. An dieser im Durchmesser etwa drei bis fünf Millimeter kleinen Stelle erreichen die für das Farbsehen zuständigen Sehzellen, die Zapfen, ihre höchste Dichte. Ihr Maximum befindet sich in der sogenannten Sehgrube, dem Zentrum des Gelben Flecks. Die eingelagerten Farbpigmente Zeaxanthin und Lutein sind für eine schwach gelbliche Färbung unseres Punktes der höchsten Sehschärfe verantwortlich. Unwillkürlich fokussieren wir Dinge so, dass deren Abbild auf den Gelben Fleck fällt. Die von hier aus an die Sehrinde gesendeten Impulse lassen uns im Zentrum unserer Blickmitte – sofern unsere Augen gesund sind – gestochen scharf sehen, während beim Lesen beispielsweise die Buchstaben im Randbereich nicht mehr ganz so deutlich zu erkennen sind. Bei einer AMD jedoch sterben im Bereich des Gelben Flecks mit der Zeit immer mehr Sehzellen ab. Bei diesen Symptomen sollte eine augenärztliche Praxis aufgesucht werden:

Symptome

  • allgemeine Verschlechterung der Sehfähigkeit
  • gerade Linien werden nur noch verzerrt wahrgenommen
  • zunehmende Ausfälle im Zentrum des Blickfelds
  • schlechteres Farbsehen und Kontrastempfinden
  • verzögerte Anpassung der Sehfähigkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen

Formen der AMD

An einer sogenannten Trockenen Makuladegeneration leiden etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen. Sie entwickelt sich langsam. Aufgrund von Ablagerungen wird die Netzhaut nur noch unzureichend mit Nährstoffen versorgt, Abbauprodukte können nicht mehr vollständig abtransportiert werden. Als Folge sterben Sehzellen ab. Eine ärztliche verordnete Therapie mit hochdosierten Mikronährstoffen kann diesen Prozess verzögern.

In etwa 15 Prozent der Fälle entwickelt sich aus dieser frühen Form eine Feuchte Makuladegeneration: Krankhafte Blutgefäße wuchern in die durch Ablagerungen geschädigte Netzhaut ein. Hierbei austretende Gefäßflüssigkeit lässt die Netzhaut anschwellen, der Verlust an Sehzellen schreitet wesentlich schneller voran. Mögliche Therapien, die diesen Prozess verlangsamen, sind Spritzen, Lasertherapien oder auch chirurgische Eingriffe.

Risikofaktoren meiden, Sehkraft stärken

Auch wenn die Ursachen für die Entstehung einer AMD noch nicht bis ins Letzte geklärt sind: Eine gesunde Lebensweise kann dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung zu reduzieren. Darauf kommt es an:

  • mit dem Rauchen aufhören, denn Rauchen schädigt auch die feinen Gefäße der Augen
  • die Augen immer mit einer hochwertigen Sonnenbrille vor UV-Strahlung schützen
  • häufig grüne Gemüse essen, denn diese enthalten die Farbpigmente Lutein und Zeaxanthin, beides Verwandte des Beta-Carotins, die bei der Versorgung des Gelben Flecks eine wichtige Rolle spielen
  • viel bewegen, denn Bewegung hilft, das Gewicht im normalen Rahmen zu halten und beugt Bluthochdruck vor, der das Risiko einer Netzhautschädigung erhöht

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Bindehautentzündung

Rote Augen, verklebte Lider, dazu ein Brennen, Jucken und Tränen des Auges oder ein deutliches Fremdkörpergefühl: Diese Symptome deuten auf eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) hin. Auslöser sind Viren oder Bakterien genauso wie verschiedene Umwelteinflüsse. Wichtig für die richtige Therapie ist die ärztliche Diagnose, denn eine Bindehautentzündung kann immer auch Anzeichen einer schwerwiegenderen Augenerkrankung sein.

Bindehaut: Schutz für die Augen

Die an der Innenseite der Lider liegende und über eine bewegliche Falte an die Hornhaut grenzende Bindehaut (medizinisch Tunica conjunctiva) schützt als dünne, gut durchblutete Schleimhaut unsere Augen vor Krankheitserregern und Fremdkörpern. Als Teil unseres Immunsystems ist sie wichtig für die Bereitstellung der Tränenflüssigkeit, die der Lidschlag ständig über die empfindlichen Augen verteilt. So werden feinste Staubpartikel einfach aus dem Auge entfernt, Krankheitserreger können durch antimikrobielle Bestandteile der Tränenflüssigkeit unschädlich gemacht werden. Doch kann die Bindehaut selbst auch erkranken. Betroffen sind Erwachsene genauso wie Kinder oder Babys. Unterschiedliche Ursachen können zu einer infektiösen oder einer nicht infektiösen Bindehautentzündung führen.

Infektiöse Konjunktivitis

Ursachen

Tritt die Bindehautentzündung als Begleitung eines Infekts auf, kommen unterschiedliche Viren als Auslöser in Frage wie Grippe-, Adeno- oder Herpesviren. Verschiedene Bakterien verursachen ebenfalls eine ansteckende Konjunktivitis. Dazu gehören auch Chlamydien, die durch intimen Kontakt oder im Schwimmbad übertragen werden können. Chlamydieninfektionen führen bei Babys in den ersten Lebenswochen zu einer sogenannten neonatalen oder Neugeborenen-Konjunktivitis. Bakterielle Auslöser stecken manchmal in Kosmetika, angebrochenen Augentropfen sowie Reinigungsmitteln für Kontaktlinsen.

Therapie

Antibiotische Salben oder Tropfen therapieren eine durch Bakterien verursachte Bindehautentzündung. Virusbedingte Bindehautentzündungen heilen meist von selbst oder werden mit antiviralen Wirkstoffen behandelt. Die Anwendung erprobter Hausmittel wie Kompressen (siehe unten unter Hausmittel) kann die Beschwerden lindern. Bei einer ansteckenden Bindehautentzündung ist eine sorgfältige Hygiene besonders wichtig, um eine Übertragung zu vermeiden: Immer eigene Handtücher verwenden, nicht in den Augen reiben und die Hände stets gründlich waschen.

Nicht-infektiöse Konjunktivitis

Ursachen

Umwelteinflüsse können die Augen stark reizen und zu einer Bindehautentzündung führen. Dazu gehören Staub, Rauch, Zugluft, Chlorwasser in Schwimmbädern und grelles Licht. Pollen, Kot von Hausstaubmilben oder Tierhaare lösen eine allergische Konjunktivitis aus. Auch Substanzen aus Kosmetika oder eine dauerhafte Überanstrengung der Augen kann eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Therapie

Empfindliche Personen meiden mögliche Auslöser wie Zugluft oder Schwimmbäder mit gechlortem Wasser. Antiallergisch wirkende Augentropfen therapieren eine allergische Konjunktivitis. Bei Überanstrengung und sehr trockenen Augen befeuchten entsprechende Augentropfen das Auge. Pflegende Salben können Symptome lindern, wenn grelles Licht oder Reflexionen im Schnee Auslöser der Erkrankung sind.

Hausmittel

Bei der Anwendung von Hausmitteln ist eine gute Hygiene wichtig, damit nicht zusätzlich Keime ins Auge gelangen und die Erkrankung verschlimmern.

  • Spülungen mit Kamille sollten komplett unterbleiben, denn Kleinstpartikel der Kamille können die Augen zusätzlich reizen und allergische Reaktionen auslösen.
  • Für Augenkompressen eignen sich aufgebrühte Tees mit Ringelblume oder Augentrost.
  • Quarkwickel kühlen und lindern, doch darf der Quark nie direkt ins Auge gelangen. Etwas Quark auf ein sauberes und mit gekühltem Wasser gespültes Baumwolltuch geben und für 20 Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

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Augentraining: Wie es wirkt

Eine Wohltat für überanstrengte Augen: Kleine Augenübungen sind fast überall möglich und lassen sich mühelos in den Alltag integrieren. Einfach mal den Blick in die Ferne schweifen lassen, die Augen durch Palmieren entspannen – mehr zum Palmieren weiter unten! – oder abwechselnd sich selbst weit in beide Augenwinkel schauen – also die Augäpfel weitestmöglich nach links und rechts bewegen. Sehschwächen lassen sich durch diese und andere Übungen zwar nicht ausgleichen und Augenerkrankungen nicht heilen, dennoch stärkt regelmäßiges Augentraining die Augenmuskulatur und entlastet die Augen.

Augentraining: Darum ist es so wichtig

Unsere Augen sind im Dauereinsatz: Tagsüber arbeiten wir viele Stunden am Bildschirm, unsere Freizeit verbringen wir oft mit Smartphone, Tablet, PC oder TV. Kein Wunder, dass die Augen dabei trocken, gereizt, angespannt oder müde werden. Statt dem natürlichen Bewegungsbedürfnis unserer Augen nachzukommen, fixieren wir sie – wie auch beim konzentrierten Lesen – über einen langen Zeitraum. Dabei wird weniger schützende Tränenflüssigkeit produziert, Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich leisten Kopfschmerzen und gestressten Augen Vorschub. Regelmäßiges Augentraining unterbricht den starren Blick und erfrischt die Augen. So geht’s:

Ferne und Nähe fokussieren

Abwechselnd den Blick in die Ferne und in die Nähe richten. Mit einem Blick im Wechsel auf Fensterrahmen oder Fensterkreuz und durch das Fenster in die Ferne lässt sich der starre Blick am Bildschirmarbeitsplatz unterbrechen.

Augenmuskeln lockern

Ein Auge mit der Hand abdecken. Mit dem anderen Auge einen Punkt auf der Handfläche der anderen Hand, der Arm ist dabei nach vorn gestreckt, fixieren. Die Hand nun langsam in Richtung offenes Auge bewegen, anschließend wieder zurück in die Ausgangsposition bringen, dabei den fixierten Punkt möglichst halten. Die gleiche Übung mit dem anderen Auge durchführen. Alternativ beide Arme nach vorn strecken und mit beiden Augen auf die Handflächen schauen. Nun die Arme langsam nach rechts und links auseinanderziehen, dabei die Handflächen möglichst lange im Fokus behalten. Anschließend die Hände wieder zurück in die Mitte führen.

Augenmassage

Brillenträger machen das oft automatisch: Den Punkt an der Nasenwurzel, auf dem die Brille aufliegt, mit Daumen und Mittelfinger umfassen – der Zeigefinger liegt zwischen den Augenbrauen – und mit kreisenden Bewegungen sanft massieren.

Augäpfel bewegen

Abwechselnd auf einer gedachten horizontalen Linie ganz nach rechts und ganz nach links schauen. Dann die Richtung ändern und an einer gedachten vertikalen den Blick weit nach oben und nach unten schicken. Entlang einer gedachten diagonalen Linie im Wechsel in die linke obere und die rechte untere Ecke des Augenwinkels schauen, anschließend wechselweise in die rechte obere und die linke untere Ecke. Ebenso mit den Augen dem imaginären Verlauf einer liegenden Acht folgen. Dabei nicht den Kopf, sondern nur die Augäpfel bewegen. Die Übung mit geschlossenen Augen durchführen.

Gähnen und Blinzeln

Herzhaftes Gähnen entspannt nicht nur die gesamte Gesichtsmuskulatur, sondern aktiviert auch die Tränendrüsen. Die Augen füllen sich mit Flüssigkeit, die durch den aktiven Lidschlag über das Auge verteilt wird und es befeuchtet.

Palmieren

Zunächst die Handflächen aneinander reiben, bis eine angenehme Wärme entsteht. Dann mit beiden Händen die geschlossenen Augen komplett abdecken, dabei mit den Handflächen kleine Kuppeln bilden. Die Augen entspannen sich für einige Minuten in der Dunkelheit und Wärme. Das Palmieren kann solo oder als entspannender Abschluss der anderen Augenübungen durchgeführt werden. Das Wort „palmieren“ stammt aus dem Lateinischen Palma manus und bedeutet „Handinnenfläche“.

Einfach mal Grün sehen

Die Farbe Grün wirkt entspannend. In der Freizeit möglichst oft raus in die Natur und den Blick in die grüne Natur richten.

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Gesunde Kinderaugen

Kinder können Sehprobleme anders als Erwachsene noch nicht artikulieren. Fehlsichtigkeiten, Schielen oder organische Augenerkrankungen werden deshalb oft erst im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen erkannt. Darum ist es wichtig, die Augen seines Kindes regelmäßig kontrollieren zu lassen.

 

Ob ein bunter Ball, die Rassel oder das blitzende Schlüsselbund der Eltern: Die Augen spielen vom ersten Tag an eine wichtige Rolle in der kindlichen Wahrnehmung. Dennoch dauert es ungefähr bis zum zwölften Lebensjahr, bis sich die Sehschärfe voll entwickelt hat. Nach der Geburt sehen Babys alles, was weiter als rund 30 Zentimeter entfernt ist, verschwommen. Doch zunehmend verbessern sich die Fähigkeit des Scharfstellens und die Koordination der Augenbewegungen. Eltern erkennen das meistens daran, dass das Baby nun jeder Bewegung folgt und anfängt, zielgerichtet nach einem Gegenstand zu greifen.

Immer mehr Kinder leiden allerdings an einer Fehlsichtigkeit. Das sind vor allem eine Kurz- oder Weitsichtigkeit. Je früher das korrigiert wird, vor allem durch Tragen einer Brille, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Kind später einwandfrei gucken kann.

Darüber hinaus können stärkere Fehlsichtigkeiten, die unentdeckt bleiben, zu einer Entwicklungsbeeinträchtigung führen. Zum Beispiel können Sehprobleme die Ursache für ein grobmotorisches Defizit sein oder für Schwierigkeiten beim Lese- und Schreibenlernen. Da Kinder meistens selbst nicht bemerken, dass sie schlecht sehen, sollten Eltern ein Auge auf die Sehfähigkeit ihres Kindes haben. Deshalb ist es wichtig, die von der Krankenkasse empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahrzunehmen. Dort achtet man beispielsweise auf Auffälligkeiten wie Schielen, testet das räumliche Sehen und macht einen Sehtest zum beidseitigen und zum Rechts- und Linkssehen. Außerdem wird das Kind auf mögliche Augenerkrankungen wie Grauen Star, eine Trübung der Augenlinse oder ein Retinoblastom untersucht. Zu einem gründlicheren Check sollten Eltern eine Augenarztpraxis aufsuchen. Vor allem im Hinblick auf den Schulstart empfiehlt es sich, das Sehvermögen überprüfen zu lassen.

Problem in der Schule können an den Augen liegen

Probleme mit der visuellen Wahrnehmung machen sich unterschiedlich bemerkbar. Auffällig ist es beispielsweise, wenn die Augen zittern, das Kind den Kopf beim Betrachten eines Objektes schief hält oder eine mangelnde Augen-Körper-Koordination aufweist, also oft stolpert oder an Dingen vorbeigreift.

Auch ein häufiges Augenreiben, Blinzeln oder Grimassenschneiden könnte seine Ursache in Sehproblemen haben. Im Vorschul- und Schulalter sollten Eltern aufmerken, wenn ihr Kind bei visueller Anforderung einen Leistungsabfall hat, es Kleingedrucktes schlecht lesen kann, extrem leseunlustig ist oder beim Abschreiben von der Tafel Schwierigkeiten hat. Manchmal äußern Probleme mit den Augen sich auch durch Kopf- und Bauchschmerzen oder Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen.

Das Sehvermögen spielerisch schulen

Die gesunde Entwicklung von Kinderaugen lässt sich aktiv unterstützen, zum Beispiel durch eine ausgewogene Ernährung. Dass Möhren gut die Augen seien, gehört seit langem zum überlieferten Wissensbestand der sogenannten Volksmedizin – gemeint ist, dass die enthaltenden Carotinoide und das Vitamin A für verschiedene Prozesse im Auge benötigt werden. Ebenfalls unterstützend für die Augengesundheit wirken die Stoffe Lutein und Zeaxanthin, die vor allem reichlich in grünem Blattgemüse vorhanden sind.

  • Darüber hinaus fördern spielerisch gestellte Übungen das Sehvermögen. Mit kleinen Kindern können Sie zum Beispiel Spiele spielen, bei denen verschieden Formen und Farben erkannt werden müssen. Ältere Kinder lieben Memory, das sowohl das aufmerksame Sehen schult, als auch das Gedächtnis.
  • Mit Ballspielen trainieren Sie die Koordination der Bewegungen zusammen mit dem Sehsinn.
  • Die allgegenwärtigen Medien stellen eine Herausforderung dar: Wenn Ihr Kind seine Zeit mit Fernsehen oder am Bildschirm von Laptop, Tablet und Smartphone verbringt, sollten Sie mit ihm zum Ausgleich öfter und regelmäßig nach draußen gehen. Das Tageslicht und der Blick in die Ferne wirken regulierend.
  • Genügend Licht sollte zudem dort vorhanden sein, wo das Kind seine Hausaufgaben erledigt – und bei jüngeren Kindern in der Spielecke. Denn schummeriges Licht belastet die Augen und kann auf Dauer zu einer schlechteren Sehleistung führen.
  • Besonders im Sommer sollten Kinderaugen vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, weil sie noch empfindlicher gegenüber UV-Strahlung sind als die Augen Erwachsener. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind im Schatten spielt und beispielsweise im Urlaub am Strand eine Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz trägt, mit der es sich wohlfühlt.

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