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Sommerplagen

Kleine Gebrauchsanleitung aus medizinischer Sicht

Dass Sonnenbrand, Zeckenbiss und Strömungen im Wasser gefährlich sein können, wissen wir doch eigentlich alle. Dennoch passiert dann doch immer wieder etwas. Für ungetrübte Sommerfreuden haben wir deshalb die wichtigsten Hinweise zusammengestellt.

PFLANZEN

Manche Pflanzen können Vergiftungserscheinungen hervorrufen, zum Beispiel durch bloßen Kontakt oder durch den Verzehr von Blättern, Blüten oder Früchten.

BADEN

Achtung vor Strömungen. Springen Sie nicht in unbekannte Gewässer. Unter Wasser können Gefahren lauern.

GRILLEN

Verwenden Sie zum Anzünden der Kohle keinen Spiritus. Vorsicht mit Flüssiganzündern oder Glutbeschleunigern. Verbrennungen drohen.

ALKOHOL

Alkohol in Kombination mit Sommerhitze führt schnell zu einem Blackout. Deshalb: Auf das individuelle Limit achten.

INSEKTENSTICHE UND ZECKENBISSE

Wer unter Allergien leidet, muss aufpassen. Und Zecken können generell gefährlich sein. Bildet sich rund um den Einstich eine anhaltende Rötung, kann dies ein Hinweis auf eine Borreliose sein, die antibiotisch behandelt werden muss. Eine FSMEImpfung (die Kosten trägt die pronova BKK) schützt in ausgewiesenen Risikogebieten vor einer Frühsommer-Meningoenzephalitis infolge eines Zeckenbisses.

HITZE

Achtung Klimawandel: An Schutz vor Hitze und Sonne denken. Und viel trinken. So vermeiden Sie Dehydration, Hitzschlag, Sonnenstich und Sonnenbrand.

Freuen Sie sich trotz der saisonalen Risiken auf all die wunderbaren Erlebnisse, die die kommenden Sommertage und Sommernächte für Sie bereithalten. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt!

Kleine sommerliche Entdeckungsreisen

Oft hält schon die nächste Umgebung faszinierende Entdeckungen und Erlebnisse für Sie bereit, die Sie niemals wieder vergessen werden. Seien Sie neugierig, öffnen Sie Ihre Sinne und starten Sie in einen Sommer voller kleiner und großer Abenteuer!

Sternschnuppen gucken

Sternschnuppen sind kleine Gesteins- oder Staubteilchen aus den Tiefen des Universums, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre verglühen. Doch das ist nur die nüchtern-wissenschaftliche Betrachtungsweise. Sternschnuppen sind ganz einfach wunderbar! Und bekanntlich darf man sich beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen.

Auf einen wahren Sternschnuppenregen mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde kann man sich in den Nächten zwischen dem 9. und dem 13. August 2022 freuen. Doch nicht nur in diesem kurzen Zeitraum gibt es etwas zu sehen, die Sternschnuppenzeit reicht vom 17. Juli bis zum 24. August. Idealerweise schaut man zwischen 23 Uhr und der beginnenden Morgendämmerung nach oben.

Zur Betrachtung sollten Sie einen möglichst dunklen Ort außerhalb der Stadt mit freier Sicht auf den Himmel wählen und es sich im Liegen bequem machen. Dann heißt es, in Richtung Nordosten zu blicken, denn von dort kommen die Sternschnuppen. Tipp: Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Deshalb nicht so oft auf das Smartphone schauen. Aber das würde angesichts eines Sternschnuppenregens wohl auch niemand tun!

Sommerregen geniessen

An heißen Sommertagen erfrischt Natur und Mensch nichts so sehr wie ein kräftiger Regenguss. Also nichts wie raus, wenn die ersten Tropfen fallen, und genießen Sie den Regen mit allen Sinnen! Apropos: Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie besonders so ein Sommerregen riecht?

Sollte der Regenguss allerdings mit Hagel, Sturmböen und Gewitter einhergehen, bitte drinnen bleiben und das Wetterspektakel aus sicherer Distanz genießen. Kleiner Trost: Nach dem Unwetter gut durchlüften, die dann hereinströmende kühle Luft ist ebenfalls sehr erfrischend.

Ist kein Regen in Sicht, kann man natürlich auch mit Wasserfontänen in Brunnen oder Parkanlagen oder mit dem Rasensprenger vorliebnehmen.

Barfuss zu den Quellen

Eine bekannte Redensart besagt, dass derjenige, der zu den Quellen will, gegen den Strom schwimmen muss. Hier reicht das Gehen: Kleine Bachläufe laden dazu ein, sie barfuß oder mit geeignetem Schuhwerk stromaufwärts zu durchwandern. Das ist wie eine Kneippkur auf natürliche Art – man bewegt sich nicht in einem gefliesten Wasserbecken, sondern in einem natürlichen Gewässer.

Füße und Waden umströmendes Wasser hat an warmen Tagen nicht nur einen angenehm kühlenden Effekt. Indem Sie gegen die Fließrichtung und damit gegen den Widerstand des Wassers angehen, betreiben Sie zugleich ein moderates Herz-Kreislauf-Training.

Richtet man den Blick nach unten, sieht man vielleicht sogar ein paar Fische oder Flusskrebse. Natürlich sollte es sich um ein sauberes, klares und flaches Fließgewässer ohne starke Strömung und Untiefen handeln. Ideal ist ein überwiegend sandiger oder kieseliger Untergrund.

Eine Variante ist das Wasserlaufen am Meer – hier gehen Sie gegen Wellen, Gezeiten und Strömungen an. Auch das ist schön. Allerdings werden Sie im Meer niemals die Quelle erreichen.

Sommerhitze toppen

30 Grad im Schatten sind Ihnen noch lange nicht heiß genug? Dann gehen Sie doch einfach mal an einem heißen Sommertag in die Sauna. Für die Erfrischung zwischendurch sorgen Dusche oder der Sprung ins Abkühlbecken oder in einen See.

Der positive Effekt der Sauna für Ihre Gesundheit ist im Sommer übrigens der gleiche wie im Winter: Der Wechsel zwischen heiß und kalt trägt dazu bei, Ihr Immunsystem zu stärken und für die nächste Erkältungssaison zu rüsten. Außerdem profitieren Ihre Haut und Ihr Herz-Kreislauf-System. Lediglich bei Vorerkrankungen des Herzens sollten Sie allzu hohe Temperaturen und abruptes Abkühlen vermeiden.

Wenn Sie zwischen den Saunagängen unter freiem Himmel entspannen, gelten mit Blick auf Sonnenbrand und Hitzschlag natürlich die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie sonst auch.

Glühwürmchen bestaunen

Glühwürmchen oder Leuchtkäfer kann man wirklich nur im Sommer finden – vorzugsweise im Juli, je nach Witterung jedoch auch noch bis in den August. Diese Käfer besitzen Leuchtorgane, mit deren Hilfe sie Lichtsignale zur Kommunikation aussenden. Die Kommunikation dient dazu, männliche und weibliche Tiere zur Paarung zusammenzuführen.

Manche Arten blinken, andere senden ein Dauerlicht – doch immer nur nachts. Sobald die Paarung vollzogen wurde, wird übrigens auch die Kommunikation eingestellt, die Tiere senden keine Lichtsignale mehr aus.

Glühwürmchen findet man an Waldrändern, in Parks, oft in der Nähe von Gewässern. Gern halten sie sich in der Nähe blühender Brennnesseln auf.

Draussen übernachten

Auch wenn gerade keine Sternschnuppen unterwegs sind – der Blick zum funkelnden nächtlichen Sternenhimmel ist immer umwerfend und lädt zum Träumen ein. Wenn man dann auch noch all den fremden Geräuschen der Nacht lauscht und vielleicht ein paar Fledermäuse auf der Jagd beobachten kann, befindet man sich in einer komplett anderen Welt als tagsüber. Man sieht die Sonne untergehen und wieder aufgehen, beobachtet die Verfärbungen des Himmels und genießt das Abkühlen der Luft nach dem Dunkelwerden. Und vielleicht hört man im Morgengrauen irgendwo einen Hahn krähen oder wie die Straßen langsam lebendiger werden.

Natürlich essen

Bereits ab dem Frühsommer beginnt die Reifezeit: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen und noch so manche anderen Früchte werden nach und nach genießbar und machen Lust aufs Naschen.

All diese Köstlichkeiten gibt es zum Glück nicht nur in fremden Gärten, auf Obstplantagen und in Supermärkten, sondern oft genug auch an Weg- und Straßenrändern. Hier darf man sich gern frei bedienen.

Viele der wild wachsenden Sorten schmecken übrigens weitaus aromatischer als die Kulturformen – Walderdbeeren etwa sind zwar deutlich kleiner als ihre großen Verwandten von der Erdbeerplantage, doch schmecken sie ungleich besser.

Allergien im Sommer – was hilft bei Heuschnupfen?

Sommer, Sonne, gute Laune? Von wegen! Auch für Allergien ist die warme Jahreszeit eine Hochsaison. Betroffene kämpfen dann mit Symptomen wie Schnupfen, Niesattacken, Husten und tränenden Augen. Doch warum spielt der Körper verrückt, worauf reagiert er? Und was verschafft Linderung? Wir erklären es.

Wenn der Körper überreagiert: Das passiert bei einer Allergie

Wer glaubt, eine Allergie sei eine harmlose Laune der Natur, irrt sich. Es handelt sich vielmehr um eine chronisch verlaufende Erkrankung. Genau genommen handelt es sich um eine Fehlfunktion des Immunsystems, das überempfindlich auf harmlose Stoffe reagiert. Eine übertriebene Abwehrhaltung – als würde es für den Körper eine ernsthafte Bedrohung geben.

Falscher Alarm also – doch er schlägt bei zahlreichen Menschen an: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts leiden mehr als 20 Prozent der Kinder und mehr als 30 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens an mindestens einer allergischen Erkrankung. Bei Kindern sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Im Erwachsenenalter ändert sich das: Dann erkranken Frauen (35 Prozent) häufiger als Männer (24 Prozent). Die Palette der Beschwerden, unter denen Betroffene leiden, ist vielfältig. Sie erstreckt sich von tränenden Augen und allergischem Schnupfen über Hautreaktionen bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden sowie Kurzatmigkeit und Husten.

Pollen, Pilze, Insekten: Allergieauslöser im Sommer

Speziell der Sommer ist eine Jahreszeit der Allergene. Was genau plagt die Betroffenen? Wir stellen häufige Sommerprobleme vor.

Pflanzenpollenallergie: Heuschnupfen zählt zu den häufigsten Allergiebeschwerden überhaupt. In Deutschland sind mehrere Millionen Menschen betroffen. Heuschnupfen ist eine Reaktion auf Pflanzenpollen von Gräsern, Getreide, blühenden Bäumen und Kräutern. In der Regel beginnt die Leidenszeit bei Pollenallergien im Frühjahr und endet im Spätsommer. Im Juli sind noch die letzten Reaktionen auf Pollen von Roggen, Kiefer, Birke sowie Eiche zu spüren, auch Brennnesseln und viele Gräser zeigen ihre Wirkung. Verstärkt nehmen nun Ambrosia und Beifuß am Pollenflug teil.

Im August sorgen Brennnessel- und Beifußpollen noch stark bis mäßig für allergische Reaktionen, auch der Pollenflug von Ambrosia, Gräsern und Spitzwegerich zählt zu den typischen Allergieauslösern im August. Im September schickt vor allem das Taubenkraut seine Pollen in die Luft.

Allergie gegen Pilzsporen: Leiden Menschen von Frühling bis Herbst durchgehend unter tränenden Augen, laufender Nase, Husten oder asthmatischen Beschwerden, könnte eine Allergie gegen Pilzsporen, etwa des Schimmelpilzes Alternaria alternata, vorliegen. Hohe Luftfeuchtigkeit, Gewitter und Platzregen begünstigen Pneumologiefachleuten zufolge die Sporenfreisetzung. Der Pilz befällt unter anderem Getreide, sodass sich die Symptome einer Alternaria-Allergie auf dem Land verstärken können.

Symptome einer Allergie nach Sonneneinstrahlung: Der Begriff Sonnen- oder Lichtallergie ist kein medizinischer. Er wird umgangssprachlich für eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen genutzt, bei denen Sonnenlicht eine wesentliche Rolle spielt. So reagiert die Haut bei einer polymorphen Lichtdermatose einige Stunden bis Tage, nachdem sie der Sonne ausgesetzt war, mit Ausschlägen, Knötchen, Bläschen oder Quaddeln. Fachleute glauben, dass die Sonnenstrahlen einen Allergieauslöser (Allergen) im Körper entstehen lassen, der das Immunsystem durcheinanderbringt. Bei einer photoallergischen Dermatose reagiert der Körper auf Sonnenlicht in Kombination mit anderen Stoffen, die zum Beispiel in Cremes oder Medikamenten enthalten sind. Die Haut wird meist rot und juckt. Bei der sogenannten Mallorca-Akne verbinden sich bestimmte Fette oder Emulgatoren unter Einfluss von UV-Strahlen – das führt zu Quaddeln, Pusteln oder Knötchen meist an Dekolleté, Schultern und Armen.

Allergische Reaktion auf Insektenstiche: Viele Menschen fürchten die Stiche von Bienen und Wespen, Hornissen und Hummeln wegen der Schmerzen. Gefährlich ist aber das Insektengift, das einen allergischen Schock auslösen kann. Schwellungen, Rötungen und Juckreiz an der Einstichstelle sind normal, bei Allergikerinnen und Allergikern können Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, aber auch Herz-Kreislauf-Beschwerden auftreten, bei Bienen- oder Wespenstichen ist im schlimmsten Fall eine anaphylaktische Reaktion mit Schüttelfrost und Kreislaufkollaps möglich. Wer schon einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten hat, sollte unbedingt ein Notfallset bei sich haben. Das spezielle Erste-Hilfe-Set enthält einen Adrenalin-Autoinjektor, ein schnell wirkendes Antihistaminikum und Kortison. Den Umgang sollte man vorher auf jeden Fall schon mal geübt haben. Zudem muss bei anaphylaktischen Reaktionen immer der Notruf unter 112 verständigt werden.

Hyposensibilisierung oder Medikamente – was verspricht Linderung?

Um den Ursachen einer allergischen Reaktion auf den Grund zu gehen, hilft neben einem Allergietest nur Geduld – und für viele Betroffene eine Hyposensibilisierung. Sie wird auch als Desensibilisierung, Impfung mit Allergenen oder als spezifische Immuntherapie bezeichnet. Therapieziel ist es, das Immunsystem an das Allergen zu gewöhnen, um die Beschwerden abzuschwächen. So kann oftmals eine Ausbreitung des Allergiespektrums sowie die gefürchtete Entwicklung vom Heuschnupfen zum allergischen Asthma vermieden werden. Betroffene bekommen dabei über einen längeren Zeitraum Allergenextrakte in geringen, meist ansteigenden Mengen.

In der Medizinsprache spricht man von zwei Formen der Hyposensibilisierung:

  • Subkutane Immuntherapie (SCIT): Hierbei werden Lösungen mit dem Allergen unter die Haut gespritzt – anfangs meist in wöchentlichem Rhythmus, später in zwei- bis sechswöchigen Abständen.
  • Sublinguale Immuntherapie (SLIT): Bei der SLIT werden die Allergene täglich als Tropfen oder Tabletten über die Mundschleimhaut verabreicht.

Die Kosten für eine Hyposensibilisierung trägt die pronova BKK. Alternativ stellen neue Medikamente teilweise sogar noch bessere Therapieerfolge in Aussicht. Sogenannte niedermolekulare Substanzen, die selbst nicht allergieauslösend sind, können durch Eiweißbestandteile hervorgerufene allergische Reaktionen verstärken. Darum wird derzeit intensiv an biotechnologisch hergestellten Präparaten geforscht, die das Allergen ohne die niedermolekularen Begleitstoffe enthalten.

Die Hyposensibilisierung ist nicht für alle Allergikerinnen und Allergiker geeignet. In einigen Fällen ist die Erkrankung schon zu weit fortgeschritten, in anderen fehlen noch die passenden Medikamente. Hier hilft eine begleitende medikamentöse Therapie, die die Symptome lindert. Zudem kann in vielen Fällen der dynamische Allergieverlauf und damit eine Chronifizierung der Krankheit gestoppt werden. Zu den wichtigsten Medikamenten gehören diese:

  • Kortisonhaltige Präparate und Antihistaminika, die als Entzündungshemmer zum Einsatz kommen – meist als Sprays oder als Inhalationslösung. Sie verbessern die Lungenfunktion, die Symptome können besser kontrolliert werden. Allerdings hält die positive Wirkung nicht über den Anwendungszeitraum hinaus an.
  • Bei starken akuten Symptomen helfen lokal wirkende Nasensprays oder Tropfen. Sie wirken schnell, indem sie etwa die Bronchien erweitern und die Atmung erleichtern. Dabei bekämpfen sie aber nur die Symptome und haben keinen Einfluss auf das Entzündungsgeschehen.

Wichtig: Bedarfsmedikamente sollten nicht wahllos auf eigene Faust genommen werden, sondern immer in ärztlicher Absprache.

Weitere Informationen finden Interessierte in der pronova-BKK-Broschüre „Mehr als nur Heuschnupfen“.

Insektenstiche: So wird der Sommer nicht zur Plage

Kein Sommer findet ohne sie statt: Stiche und Bisse von Insekten wie Mücken, Bremsen oder Flöhen. Die Stiche sind zwar nervig, oft aber harmlos. Damit man schnell und richtig reagieren kann, sollte man wissen, welcher Übeltäter am Werk war. Das lässt sich an bestimmten Merkmalen erkennen.

Wie erkennt man, welches Insekt gestochen hat?

Stechmücke: Moskitos gehen meist nachts auf Nahrungssuche. Hat eine Mücke zugestochen, bildet sich eine Quaddel auf der Haut, die juckt. Ihre Farbe ist weißlich oder leicht gerötet, und die Schwellungen sind zwei bis fünf Millimeter groß.

Vorsicht: In sehr warmen Ländern können Stechmücken gefährliche Krankheiten wie Malaria übertragen. Am besten ist es, sich vor einer Reise zu informieren, ob das Zielland zu den Risikogebieten gehört. Die pronova BKK übernimmt für ihre Versicherten die Kosten für zahlreiche Reiseimpfungen.

Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen

Diese Tiere gehören zu den völkerbildenden Insekten, die einen Giftstachel haben, um sich zu verteidigen. Die Biene kann – im Gegensatz zur Wespe und zur Hornisse – nur einmal stechen. Ihr Stachel bleibt nach dem Stich in der Haut hängen und die Biene stirbt.

Bei einem Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich bildet sich ein roter Fleck. Die Stelle schmerzt, brennt und schwillt rasch an, weil sich dort Flüssigkeit ansammelt. Wenn man nicht allergisch auf das Gift reagiert, geht die Schwellung nach einigen Stunden zurück. Der Juckreiz kann noch ein paar Tage anhalten.

Wichtig: Bei einem Bienenstich umgehend den Stachel entfernen. Denn an ihm befindet sich ein kleiner Giftbeutel, aus dem auch nach dem Einstich noch Gift in den Körper gelangt.

Bremsenstiche: Vorsicht vor Entzündungen

Bremse: Sie sehen aus wie Fliegen, aber sie haben es auf das Blut von Mensch und Tier abgesehen. Besonders an schwülen Tagen nähern sich die Plagegeister lautlos und stechen zu. Bremsenstiche sind äußerst schmerzhaft und jucken. Die Haut schwillt an und rötet sich. Wer den Juckreiz nicht erträgt und darum die Einstichstelle aufkratzt, riskiert Entzündungen, da Bakterien und andere Erreger eindringen können. Eine Entzündung nach einem Bremsenstich sollten Betroffene vorsorglich ärztlich überprüfen lassen.

Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Zecke: Auch Zecken beißen nicht, sondern stechen. Sie sind oft so klein, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht erkennt. Wenn sich der Blutsauger vom Körper löst, bleibt auf der Haut eine flächige, münzgroße Rötung ohne Schwellung zurück.

Spürbare Symptome gibt es in der Regel keine: Die Stichstelle schmerzt und juckt nicht. Breitet sich aber eine Rötung aus, sollte man diese in jedem Fall ärztlich abklären lassen. Denn Zecken können Infektionen wie Borreliose übertragen.

Flöhe und Flohbisse

Flöhe bevorzugen Hunde und Katzen. Nur in Ausnahmefällen saugt der Parasit auch menschliches Blut. Da der Floh nicht nur an einer Stelle beißt, juckt es meist heftig am ganzen Körper. Auf der Haut treten viele kleine, rötliche Punkte auf – Schwellungen gibt es keine.

Was hilft bei Insektenstichen?

Wer gestochen wurde, sollte die Stelle kühlen, zum Beispiel mit kaltem Wasser oder mit Eiswürfeln – Letztere sollten Betroffene aber nicht direkt auf die Haut legen. Die Kälte lindert Schwellung und Juckreiz. Eine aufgeschnittene Zwiebel wirkt ähnlich. Vorsicht: Deren Inhaltsstoffe können die betroffene Hautstelle reizen.

Außerdem mindern Cremes und Gele mit Antihistaminika die Wirkung des körpereigenen Stoffes Histamin, der für den Juckreiz und die Quaddelbildung nach einem Stich verantwortlich ist. Ein Rettungswagen muss nur im Ernstfall gerufen werden – bei einer bekannten Allergie auf Insektenstiche oder wenn unmittelbar nach dem Stich beziehungsweise Biss bedenkliche Symptome auftreten. Dazu zählen ein starkes Hitzegefühl, Schwindel oder Atemnot. Auch wenn der Stich besonders stark anschwillt, sollte dies ärztlich abgeklärt oder der Notruf gewählt werden.

Insektenstichen vorbeugen: fünf Tipps und Maßnahmen

Am besten schützt man sich, indem man es den Plagegeistern möglichst schwer macht, zuzustechen oder zuzubeißen. Fünf Tipps dazu:

  1. Haut bedecken: Lange Hosen und langärmlige Oberteile schützen. Die Kleidung sollte locker anliegen und möglichst hell sein, um zum Beispiel Zecken gut zu entdecken. Auf freie Hautstellen Insektenspray oder Insektenlotion auftragen. Nachts halten Moskitonetze und Fliegengitter die Plagegeister fern.
  2. Abschreckende Düfte: Stechmücken, Bremsen und Zecken orientieren sich gern an Düften. Schweiß lockt die Tiere an. Neben einer gründlichen Körperhygiene helfen sogenannte Repellents. Der lateinische Begriff „repellere“ bedeutet übersetzt so viel wie „zurücktreiben“ oder „abhalten“. Insektenschutzmittel mit diesen Wirkstoffen bilden eine Art Duftmantel auf der Hautoberfläche, blockieren die Fähigkeit der Insekten, menschliche Gerüche wahrzunehmen, oder schrecken sie schlicht ab. Zitronenöl auf der Haut sowie Duftkerzen wirken ähnlich. Wer sich schützen möchte, kann auch Schuhe oder Kleidungsstücke mit Insektenschutzmitteln einsprühen.
  3. Süßes verstecken: Limonade, Kuchen, Schokolade oder süße Getränken locken viele Insekten magisch an. Im Freien sollte man durchsichtige Gläser verwenden, um schnell zu merken, ob sich zum Beispiel eine Wespe dorthinein verirrt hat. Eine Kuchenglocke hält unerwünschte Gäste fern.
  4. Insektenoasen meiden: Von Feuchtgebieten, in denen sich viele Insekten aufhalten, sollte man sich fernhalten. Das gilt auch für hohes Gras, Gestrüpp und Unterholz, in dem die Zecken auf ihren Wirt warten.
  5. Ruhe bewahren: In der Nähe von Bienen, Wespen und Hornissen sollte man keine hastigen Bewegungen machen – vor allem nicht nach ihnen schlagen oder pusten. Denn die Insekten stechen in der Regel nur zu, um sich zu verteidigen. Vorsicht auch beim Auflesen von Obst und beim Barfußlaufen.

Zeckenbisse: Wirksamer Schutz vor FSME und Borreliose

Die Zecke lauert im Gras. Sie hockt auf einem Halm oder auf losem Laub und wartet ab. Kommt ein geeigneter Wirt vorbei – zum Beispiel ein Mensch, ein Hund oder ein Reh –, erwacht die Zecke, lässt sich abstreifen und klammert sich an diesem Wirt fest. Hat das kleine Tier eine geeignete Hautstelle gefunden, beispielsweise die Kniebeuge, sticht es zu und saugt Blut. Eigentlich ist so ein Zeckenstich nicht weiter tragisch, wäre da nicht das Risiko für FSME und Borreliose.

FSME: Krankheitsverlauf und Symptome

FSME steht für die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine von Zecken übertragene Krankheit, bei der sich die Gehirnhäute und das Gehirn entzünden können. Das FSME-Virus gehört zur Gruppe der Flaviviren und ist verwandt mit den Erregern des Dengue- und des Gelbfiebers.

Wer sich mit dem Virus infiziert hat, spürt häufig gar nichts von der Infektion. Jede beziehungsweise jeder Dritte leidet zunächst unter grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Bei einem Teil der Betroffenen kommt jedoch nach einer vorübergehenden Besserung das Fieber zurück. Hirnhäute und Gehirn können sich entzünden, in manchen Fällen kann auch das Rückenmark betroffen sein. Je nach Schwere der Krankheit kommt es dann zu starken Kopf- und Nackenschmerzen, zu Übelkeit und Bewusstseinsstörungen, zu Krampfanfällen oder sogar Lähmungen.

Doch selbst, wer von einer Zecke in einem FSME-Risikogebiet gestochen wird, muss nicht unbedingt an FSME erkranken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind selbst in den FSME-Risikogebieten Deutschlands – Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Thüringen, vereinzelt in Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen und dem Saarland – nur wenige der Spinnentiere mit dem FSME-Virus infiziert. Sich nach einem Zeckenstich mit Borrelien zu infizieren, gilt laut RKI als wahrscheinlicher.

Borreliose: Krankheitsverlauf und Symptome

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, ist eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. Verantwortlich dafür ist der Erreger Borrelia burgdorferi. Es erfolgt keine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch.

Die Borreliose kann sich vielfältig äußern. Manche Betroffene zeigen anfangs keine Beschwerden, bei anderen entwickelt sich an der Einstichstelle eine Hautrötung, die langsam größer wird – die sogenannte Wanderröte. Begleitend können grippale Beschwerden auftreten, zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber.

Selbst wenn die Zecke mit dem Erreger befallen ist, führt nicht jeder Stich zur Ansteckung. Gut zu wissen: Je eher der ungebetene Gast fachgerecht entfernt wird, desto geringer bleibt das Risiko.

Wie werden Zecken richtig entfernt?

Am einfachsten entfernt man ein saugendes Exemplar mit einer spitzen Pinzette, am besten jedoch mit einer speziellen Zeckenkarte, Zeckenpinzette oder Zeckenschlinge, die es in der Apotheke gibt. Damit greift man das Tier möglichst knapp oberhalb der Haut und zieht es in einer kontrollierten Bewegung senkrecht heraus – möglichst, ohne es dabei zu quetschen.

Auf keinen Fall sollte man Öl, Nagellack, Klebstoff oder dergleichen auf die Zecke träufeln. Das erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Speichel in die Wunde abgibt – und mit ihm mögliche Krankheitserreger.

Ist die Zecke vollständig entfernt, sollte man die Stichstelle mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln – und die Hautstelle etwa sechs Wochen lang im Blick behalten. Eine Rötung unmittelbar nach dem Stich ist normal, sie sollte aber innerhalb weniger Tage abklingen.

Was schützt vor Zeckenstichen?

Am besten schützt man sich natürlich, indem man sich gar nicht erst stechen lässt. Doch wie wappnet man sich gegen die gefährlichen Winzlinge? Wir geben fünf Tipps:

  1. Risikogebiete meiden: Zecken lauern da, wo es feucht, warm und dunkel ist. Vor allem im Unterholz, im hohen Gras und im Gestrüpp sitzen die Tiere, und zwar meist in Kniehöhe.
  2. Sich bedeckt halten: Geschlossene Schuhe, Socken, lockere lange Hosen und langärmelige Oberteile machen es den Zecken schwer. Am besten auch die Hosenbeine in die Socken stecken. Auf heller Kleidung lassen sich die Krabbler besser entdecken.
  3. Antizeckenmittel verwenden: Sogenannte Repellents, die auf die Haut oder Kleidung aufgetragen werden, bieten einen zeitlich begrenzten Schutz gegen die Blutsauger. Die chemischen Wirkstoffe beeinflussen die Geruchsorgane der Milbentiere. Sie überdecken den menschlichen Geruch, der Zecken anlockt.
  4. Auf der Spur bleiben: Nach einem Ausflug die Haut sorgfältig nach Zecken absuchen – vor allem Achselhöhlen und Kniekehlen, Genitalbereich und Bauchnabel, Haaransatz, Nacken sowie den Bereich hinter den Ohren. Kleidung ausschütteln!
  5. Hund und Katze kontrollieren: Auch die Haustiere, die sich viel im Freien aufhalten, absuchen – denn oft hängen die Zecken im Fell und können so leicht auf den Menschen übergehen.

Wann und für wen wird eine Impfung empfohlen?

Eine Impfung hilft, sich vor der von Zecken übertragenen Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu schützen. Vor allem, wer sich in FSME-Risikogebieten beziehungsweise viel im Freien aufhält, sollte sich dafür entscheiden.

Die pronova BKK unterstützt ihre Versicherten bei dieser Vorsorge – wir übernehmen die Impfung gegen FSME auch, wenn jemand nicht nachweisen kann, dass er oder sie in FSME-Risikogebieten einer besonderen Zeckenexposition ausgesetzt ist. Gegen Borreliose gibt es bisher noch keine Impfung. Werden Betroffene in der Frühphase mit passenden Antibiotika behandelt, kann die Erkrankung oftmals rasch und vollständig geheilt werden.

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