Vagusnerv aktivieren 3 einfache Übungen

Der Vagusnerv ist ein wichtiger Nerv für Entspannung und innere Ruhe. Er beeinflusst Atmung, Herzschlag und Stress. Du kannst ihn gezielt aktivieren – wir zeigen dir 3 einfache Atemübungen für mehr Ruhe und Balance im Alltag.

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Der Vagusnerv ist ein wichtiger Nerv für Entspannung und innere Ruhe. Er beeinflusst Atmung, Herzschlag und Stress. Du kannst ihn gezielt aktivieren – wir zeigen dir 3 einfache Atemübungen für mehr Ruhe und Balance im Alltag.

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Was ist eigentlich der Vagusnerv?

Atmung, Herzschlag, Verdauung – vieles läuft im Körper automatisch. Dass du dich dabei entspannen kannst, verdankst du dem Vagusnerv. Er verbindet Gehirn und Organe, wirkt wie eine innere Bremse bei Stress und hilft, Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Er zieht sich wie ein feines Netzwerk durch den ganzen Körper und verbindet Gehirn, Herz, Lunge und Verdauungsorgane miteinander: der Vagusnerv. Er ist eine Art Schaltzentrale für Entspannung und Regeneration. Wird er aktiv, fährt dein Körper herunter: Puls und Blutdruck sinken, die Atmung wird ruhiger, die Verdauung läuft gleichmäßiger. Der Vagusnerv gehört zum parasympathischen Nervensystem, also dem Teil, der für Ruhe, Erholung und innere Balance sorgt. Der Nerv beeinflusst viele lebenswichtige Prozesse – vom Herzrhythmus über die Atmung bis zur Verdauung.

Fakten zum Vagusnerv

  • Der Vagusnerv ist der 10. Hirnnerv und wird von Fachleuten nervus vagus genannt.
  • Sein Name bedeutet „der Umherschweifende“ – passend zu seinem Verlauf.
  • Er zieht vom Gehirn über Hals und Brustraum bis in den Bauchraum.
  • 20-30 cm reine Nervenlänge misst der Vagusnerv im Durchschnitt – und ist damit der längste Hirnnerv im Körper. Zählt man alle Verzweigungen mit, kann er sogar insgesamt eine stolze Länge von über 1 m erreichen.
  • Hauptäste versorgen Herz, Lunge, Magen und Darm.
  • Er gehört zum Parasympathikus, dem Ruhenerv des vegetativen Systems.
  • Aktiviert senkt er Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz.
  • In der Medizin wird er u. a. bei Epilepsie, Depression und Entzündungen stimuliert.
  • Eine gute Vagusaktivität fördert Stressabbau und Erholung.

Wie der Vagusnerv wirkt

Forschende der Universitäten Tübingen und Bonn konnten zeigen, dass der Vagusnerv die Kommunikation zwischen Magen und Gehirn verstärkt. Diese Verbindung spielt eine Rolle, wenn dir Stress buchstäblich „auf den Magen“ schlägt.

Auch bei Depressionen, Epilepsie oder chronischen Entzündungen rückt der Vagusnerv zunehmend in den Fokus der Forschung. Dabei wird er gezielt elektrisch stimuliert, meist über das Ohr. Erste Studien sind vielversprechend, aber längst nicht abgeschlossen. Fachleute warnen vor überzogenen Erwartungen und raten, bei Herzproblemen oder in der Schwangerschaft keine Selbstversuche mit elektrischen Geräten zu starten.

Wenn der Bauch das Sagen hat

Etwa 80 % der Nervenfasern des Vagusnervs leiten Informationen vom Körper ins Gehirn – nicht umgekehrt. Besonders aktiv ist diese Verbindung im Verdauungstrakt, wo unzählige Nervenzellen sitzen. Deshalb wird der Darm oft als „zweites Gehirn“ bezeichnet. Wenn du also nervös bist, spürst du das sofort im Bauch. Und umgekehrt kann eine gereizte Verdauung deine Stimmung beeinflussen.

Ernährung, Bewegung und Schlaf wirken deshalb indirekt auf die vagale Aktivität: Ballaststoffreiche Kost, regelmäßiges, moderates Training und erholsamer Schlaf stärken das Gleichgewicht im vegetativen Nervensystem und damit auch deine Stressresistenz.

Vagusnerv aktivieren: Ruhe finden ohne Technik

Für den Alltag brauchst du also keine Hightech-Geräte für die Stimulation deiner körpereigenen Nervenautobahn. Schon einfache Dinge können deinen Vagusnerv aktivieren und dich innerlich zur Ruhe bringen. Atme tief ein und besonders lang aus. Summe oder sing, um über die Vibration im Kehlkopf vagale Signale, also Nervenimpulse, die über den Vagusnerv zwischen Organen und Gehirn ausgetauscht werden, zu setzen. Wechselduschen oder kaltes Wasser im Gesicht regen den Nerv an.

Und, vielleicht das Wichtigste: Pflege soziale Kontakte und lache regelmäßig. Ja, das meinen wir ernst. Die Deutsche Herzstiftung betont, dass positive Emotionen und stabile Beziehungen messbar die Herzgesundheit stärken – über genau diesen Nerv.

Atemübungen für den Vagusnerv

4-6-Atmung
Atme 4 sec tief durch die Nase ein, dann 6 sec langsam durch den Mund aus. Wiederhole das für 1-2 min. Das verlängerte Ausatmen aktiviert den Parasympathikus: Dein Puls beruhigt sich, der Kopf wird klarer.

Summ-Atmung
Atme durch die Nase ein und summe beim Ausatmen leise wie eine Biene. Die Vibration stimuliert über den Kehlkopf den Vagusnerv. Die entspannende Wirkung wirst du direkt spüren. Mach’s ein paar Mal hintereinander, am besten in ruhiger Umgebung.

Atem und Kälte kombinieren
Wenn du magst: Beende deine Dusche mit 30 sec kaltem Wasser. Atme dabei ruhig weiter. Das kräftigt die Regulation zwischen Stress- und Ruhesystem und eignet sich perfekt, um morgens wach und gelassen in den Tag zu starten.

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