Anders denken, hören, sehen
Angelina lebt mit einem Kopf, der niemals stillsteht. Gedanken rasen, Gefühle fluten, Reize prasseln. Lange hat sie geglaubt, mit ihr stimme etwas nicht. Dass sie zu empfindlich sei, zu unruhig, zu anders. Erst mit 29 erfährt sie: Es ist ADHS. Keine Schwäche, sondern einfach eine andere Art, wie ihr Gehirn funktioniert.
Besonders im Kontakt mit der Außenwelt, also wenn Erwartungen, Strukturen, unausgesprochene Regeln auf sie treffen, wird das spürbar. „Man hat ständig das Gefühl, irgendwie falsch zu sein“, sagt sie. Ein genervtes Augenrollen, ein Kommentar, der hängen bleibt – Kleinigkeiten, die sich über Jahre summieren und am Selbstwert kratzen.