So wichtig

IST DIE BLUTSPENDE

Deutschlandweit rufen Kliniken und Blutspendedienste die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Blutkonserven sind nur begrenzt haltbar und werden ständig benötigt. Die Zahl der Spenden ist schon seit geraumer Zeit rückläufig: Lag sie 2010 noch bei etwa 4,9 Millionen, registrierte das Paul-Ehrlich-Institut im Jahr 2019 nur rund 3,75 Millionen Blutspenden. Wir alle könnten jederzeit auf eine Blutkonserve angewiesen sein bei einer schweren Erkrankung, nach einer Operation oder einem Unfall. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele von uns Blut spenden.

Blutspende während der Corona-Pandemie

Die Verunsicherung im Zusammenhang mit Corona ist vermutlich einer der Gründe für die nachlassende Spendebereitschaft: Besteht die Gefahr, dass ich mich beim Spenden mit Corona infiziere? Darf ich nach einer überstandenen Infektion oder in zeitlicher Nähe zu einer Impfung spenden? Und welche Corona-Regeln gelten eigentlich für das Blutspenden?

Generell sind Geimpfte nicht von der Spende ausgeschlossen, sofern sie keine Symptome eines Infekts zeigen. Bei Impfreaktionen mit Fieber werden Rückstellungen im Einzelfall geprüft. Genesene dürfen vier Wochen nach der Heilung wieder spenden.

Eine erhöhte Infektionsgefahr beim Blutspenden ist auszuschließen: Die Hygienestandards bei der Blutspende sind sehr hoch, Blutspendeaktionen werden meist mit vorheriger Terminreservierung durchgeführt, ein Lunchpaket ersetzt den traditionellen Imbiss vor Ort. Die aktuell geltenden Regeln können regional unterschiedlich sein, bei Fragen wenden Sie sich an den lokalen DRK-Blutspendedienst oder eine Klinik in Ihrer Nähe.

Fälle einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus per Bluttransfusion sind bislang nicht bekannt (Stand 31.07.2021).

Blutspende: So geht es

Nach Aufnahme der persönlichen Daten wird die gesundheitliche Vorgeschichte anhand eines Fragebogens beurteilt. In einer kurzen ärztlichen Untersuchung werden Blutdruck und Puls geprüft sowie Temperatur und Hämoglobinwert (Hb) gemessen. Ist der Hb-Wert zu niedrig, fehlt es an für die Neubildung von Blut so wichtigen Eisenreserven. Daher darf zum eigenen Schutz nicht gespendet werden. Auch besteht nach der Untersuchung die Möglichkeit eines anonymen Selbstausschlusses, der vertraulich die Blutspende aufgrund eines möglicherweise bestehenden Infektionsrisikos von einer Verwendung ausschließt. Nun werden innerhalb von etwa zehn Minuten 500 ml Blut entnommen. Anschließend folgt noch eine Ruhephase vor Ort. Nach einer Blutspende sollte man immer ausreichend trinken.

Blutspenden homosexueller Männer

Blutspenden homosexueller Männer waren mit Blick auf ein erhöhtes Übertragungsrisiko des HIV-Erregers lange Zeit nicht möglich. Seit 2017 dürfen auch Männer, die Sex mit Männern haben, unter bestimmten Umständen Blut spenden. Voraussetzung: Ein seit mindestens vier Monaten risikoloses Sexualverhalten, also keine wechselnden Partnerschaften. In Kraft treten soll diese Regelung voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres.

Darum ist auch die
Blutplasmaspende
so wichtig

So funktioniert eine Plasmaspende

Vor der eigentlichen Plasmaspende werden anhand eines kurzen ärztlichen Gesundheitschecks mit Blutdruck-, Puls- und Temperaturmessung wichtige Fragen rund um Ihre Gesundheit geklärt. So ist gewährleistet, dass Sie risikolos spenden können. Für eine Plasmaspende wird zunächst über eine Armvene Vollblut entnommen. Ein sogenanntes Plasmapherese-Gerät trennt das Plasma von den Blutzellen, die dem Körper direkt wieder zugeführt werden. Nach etwa 45 Minuten ist der Vorgang abgeschlossen. Das verwendete Einwegmaterial macht die Spende sicher, modernste Technik schont den Kreislauf während der Entnahme.

Nebenwirkungen wie Kreislaufprobleme mit leichtem Schwindel oder lokale Schmerzen an der Einstichstelle sind – wie auch bei einer normalen Blutspende – möglich, aber selten. Nach der Spende ist es wichtig, dass Sie sich ausreichend Ruhezeit gönnen und viel trinken. Innerhalb von 48 Stunden bildet der Körper die entnommenen Plasmabestandteile neu. Daher darf Plasma häufiger als Blut gespendet werden, nämlich bis zu zweimal pro Woche. Zwischen einer Vollblut- und einer Plasmaspende sollte etwa eine Woche liegen. Plasma spenden können grundsätzlich alle gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 68 Jahren, die mindestens schon eine Blutspende gut vertragen haben. Kommen Sie ausgeruht zur Spende und trinken Sie am Vorabend keinen Alkohol.

Was ist eigentlich Blutplasma?

Das Plasma, eine klare, leicht gelborangefarbene Flüssigkeit, macht etwa 55 Prozent unseres Bluts aus. Die anderen 45 Prozent sind zelluläre Bestandteile wie weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Plasma besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasser, den Rest bilden Nährstoffe, Hormone und mehr als 120 verschiedene Eiweiße, die wichtige Funktionen bei der Blutgerinnung und der Abwehr von Infektionen haben. Diese Substanzen, die man nicht künstlich erzeugen kann, sind Basis für dringend benötige Medikamente.

Was passiert mit dem gespendeten Plasma?

Im Gegensatz zu Blutkonserven ist Blutplasma lagerfähig, tiefgefroren sogar etwa zwei Jahre. Zur Sicherheit kommt das Plasma zunächst für vier Monate in Quarantäne. Eine Freigabe erfolgt erst dann, wenn die Spenderin oder der Spender erneut Blut gespendet hat und der Test auf Infektionen, wie u. a. Hepatitis B und C, HIV, Syphilis, negativ war. Zu den wichtigsten auf der Basis von Plasma hergestellten Medikamenten gehören Gerinnungsfaktorpräparate, auf die von der Bluterkrankheit Betroffene angewiesen sind. Das aus Plasma gewonnene Albumin wird angewendet zur Stabilisierung des Kreislaufs bei schweren Verletzungen, Schockzuständen, schwierigen Operationen und in der Krebstherapie. Auch Immunglobuline sind Plasmapräparate. Sie sind wichtig für die Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen wie Tetanus oder Hepatitis genauso wie für Personen mit einem Mangel an Antikörpern. Ebenso kommen bei der Behandlung seltener chronischer Erkrankungen Plasmapräparate zur Anwendung.

Plasma von Spenderinnen und Spendern mit der Blutgruppe AB wird auch als Universalplasma bezeichnet. Es kann allen Menschen übertragen werden und ist daher besonders wichtig bei der Erstversorgung von Brand- oder Unfallopfern sowie bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, bei denen ein Plasmaaustausch wichtig ist. Aber auch Plasmaspenden aller anderen Personen werden dringend benötigt.

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