Ganz einfach kreativ!

Viele Menschen verspüren den Wunsch, kreativ zu werden. Doch kann man das überhaupt einfach so? Wie findet man den Weg in die Kreativität? Und was bedeutet das eigentlich: kreativ sein?

Kreativ zu sein bedeutet dem Wortsinn nach, schöpferisch tätig zu sein. Man schafft etwas, das es vorher nicht gab. Das wird oft auf künstlerische Tätigkeiten bezogen, doch auch Erfinderinnen und Erfinder sind kreativ. Und jeder Mensch, der Kinder erzieht oder ganz alltägliche Tätigkeiten einfach nur für sich verbessert, ist es auch.

Wer in der Verwaltung arbeitet, Maschinen bedient, Fahrzeuge führt oder Menschen pflegt, hat leider meist nur wenig Gelegenheit, im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit kreativ zu werden. Denn hier geht es um Prozesse, die in der Regel nach einem bestimmten Schema und fixen Regeln ablaufen und nicht verändert werden sollten. Doch viele Menschen spüren den Wunsch in sich, wenigstens nach Feierabend aus der genormten Welt auszubrechen und schöpferisch tätig zu werden.

Vom kreativen Wunsch zur Umsetzung

Mancher sagt sich vielleicht resignierend: Aber ich kann nicht zeichnen, ich kann keine Noten lesen und gute Geschichten aufzuschreiben fällt mir auch schwer – obwohl die Ideen alle da sind. Genau das ist im Grunde eine sehr gute Nachricht: Denn wenn die kreative Idee da ist, muss sie eigentlich nur noch handwerklich gut umgesetzt werden. Das heißt: Der Griff zum Instrument, zu Farben, Pinsel und Palette, zur Tastatur muss stattfinden. Dabei geht es um reine Technik – und die kann man lernen. Dafür muss man keine Kunst-, Schreib- oder Musikakademie besuchen. Einfache Kurse reichen. Oft kann man sich das benötigte Können auch selbst beibringen. Wer etwa lernen möchte, Gitarre zu spielen, muss keine Noten lesen können und braucht auch keine Musiktheorie, denn es werden gute Lernvideos, viele davon kostenlos und frei zugänglich, im Internet angeboten. Das Können wächst dann mit dem Üben – ohne Übung freilich nützt alle Kreativität nichts.

Die Alltagskreativität verbessern

Neben der Förderung einer bestimmten kreativen Tätigkeit wie Malen oder Musizieren kann man auch die Alltagskreativität steigern – also die Fähigkeit, mit unerwarteten Situationen umzugehen oder zeitraubende Routinen auszuhebeln. Der Ansatz: Nehmen Sie nichts als gegeben hin. Fragen Sie sich: Muss das so sein? Geht es nicht auch anders und besser? Versuchen Sie, die Situation auf ungewohnte Weise in den Blick zu nehmen: Wechseln Sie die Perspektive, versetzen Sie sich in andere Menschen hinein. Stellen Sie Ihre gewohnte Welt mal auf den Kopf. So entdecken Sie andere, neue Wege. Neue Wege können Zeit sparen, zu besseren Ergebnissen führen – oder ganz einfach mehr Spaß machen. Das ist mehr als nur ein amüsanter Zeitvertreib. Es kann, wenn Sie es regelmäßig machen, Ihr ganzes Leben verändern, indem Sie völlig neue, bislang ungeahnte Talente in sich entdecken.

Der Nutzen von Kreativität

Kreative Menschen sind oft erfolgreicher, eben weil sie nicht schematisch und nach Regeln vorgehen, sondern auch mal Lösungswege abseits der ausgelatschten Pfade ausprobieren. Ganz sicher aber steigert Kreativität die Lebensfreude und hält den Geist jung. Denn die ständige Suche nach dem besseren Weg entzündet wahre neuronale Feuerwerke im Gehirn und bringt auch – zum Beispiel über das Glücksgefühl, wenn etwas geklappt hat – die Hormone zum Tanzen. Das ganze Lebensgefühl ändert sich – Neugier und Tatendrang statt Langeweile und Routine. Probieren Sie es aus!

Der eigene Weg: kreatives Gesundheitsmanagement

Darf das eigene Gesundheitsmanagement überhaupt kreativ sein? Sollte man sich nicht lieber strikt an den ärztlichen Rat halten, statt frei herumzuexperimentieren? Natürlich sollte ärztlicher Rat eingehalten werden. Und wo es um Medikamenteneinnahme, Operationen oder andere Therapien geht, gibt es auch keinerlei kreative Alternative, ohne den Heilerfolg aufs Spiel zu setzen. Aber es bleibt Ihnen dennoch genügend Spielraum, um die eigene Gesundheit eigenverantwortlich zu managen.

Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen

Kreatives Gesundheitsmanagement basiert darauf, dass Sie auf die Signale zu achten lernen, die Ihr Körper und Ihre Seele Ihnen senden. Hier gibt es keine Regeln und Normen, hier gibt es nur intuitives und instinktives Handeln. Lassen Sie sich also von dem inspirieren, was Ihre innere Stimme Ihnen rät! Besonders erfolgreich und einfach können Sie dieses Prinzip in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung umsetzen.

Kreative Ernährung …

… ist kein Freifahrtschein für opulente Mahlzeiten und hemmungslosen Konsum von Süßigkeiten. Vielmehr geht es darum, neue Rezepte, Lebensmittel oder Zubereitungsmethoden auszuprobieren. Vielleicht lassen sich altbekannte Bestandteile der täglichen Ernährung neu kombinieren? Man könnte auch die Küchen fremder Länder testen und dabei auf Gewürze und andere Zutaten stoßen, von denen man noch nie etwas gehört hat, die aber einen hohen gesundheitlichen Wert etwa für die Verdauung haben. Oder warum nicht mal vegane Milchalternativen ausprobieren oder überhaupt Fleisch und Tierprodukte zunehmend durch Gemüse ersetzen? Je mehr Sie aus dem täglichen Einerlei ausbrechen, desto mehr werden Sie Lust auf Ungewohntes verspüren! Und sollte Ihre innere Stimme doch mal nach etwas Süßem verlangen: Folgen Sie ihr beruhigt – in Maßen genossen sind auch Schokolade und Eiscreme kein Problem.

Kreative Bewegung …

… eignet sich perfekt für Sportmuffel. Wer keine Lust auf Fitnessstudio oder Sport im Verein hat und wem klassische Work-outs zu langweilig sind, muss dennoch nicht in Bewegungslosigkeit erstarren. Im Gegenteil: Tatsächlich kann man den ganz normalen Alltag zum Experimentierfeld für „Bewegung nebenbei“ machen. Etwa indem man bei der Hausarbeit nicht mit reduzierter Bewegung arbeitet, sondern beim Staubsaugen, Wäscheaufhängen, Einkaufen und bei der Gartenarbeit das Bücken, Strecken und Dehnen ausgiebig zelebriert. Auch der Gang um die Häuser oder durch den Wald kann der kreativen Bewegungsentfaltung dienen, indem man Baumstämme oder Treppen in ein persönliches Parkour-Areal verwandelt. Stellen Sie Ihre Bewegungsmuster ruhig mal auf den Kopf!

Kreative Entspannung …

… ist das Gegenteil von Faulenzen! Die Maxime heißt: Kreative Entspannung findet nicht auf dem Sofa oder vor irgendeinem Bildschirm statt, sondern draußen. Und sie ist immer mit etwas Neuem verbunden. Warum nicht mal mit Stiften und Skizzenblock raus in die Stadt oder in die Natur? Auch dann, wenn man glaubt, weder malen noch zeichnen zu können. Probieren Sie es aus! Oder irgendwo ein Plätzchen suchen, an dem man laut singen kann. Auch Fotografieren kann entspannend und spannend zugleich sein – fotografieren Sie nicht irgendetwas, sondern einen ganzen Tag lang nur blaue oder rote oder gelbe Gegenstände, nur fröhliche oder lustige Gesichter oder nur unterschiedliche Wolkenformationen. Abends werden Sie erstaunt sein, wie entspannt Sie sind, obwohl Sie doch die ganze Zeit aktiv waren!

Kreativ sein heißt, etwas Neues auszuprobieren

Natürlich bietet auch die pronova BKK Ihrem gesunden kreativen Entfaltungsdrang reichlich Gelegenheit zum Austoben: Wie wäre es mit Kursen im Rahmen unseres Präventionsprogramms, die von uns mit bis zu 150 Euro pro Jahr gefördert werden? Oder mit einem Aktivurlaub, den wir mit 160 Euro bezuschussen? Oder einem unserer Online-Coaches? Brechen Sie aus dem Alltag aus. Tun Sie sich etwas Gutes – und ändern Sie Ihr Leben! Hier finden Sie Anregungen:

Mit Essen spielt man nicht! Warum eigentlich nicht?

Ob Brot mit Gesicht und einer Salatfrisur, Picknick im Wohnzimmer oder knallgelbes Kartoffelpüree: Werden Sie kreativ, überraschen Sie Ihr Kind und nehmen Sie traditionelle Regeln bei Tisch nicht zu ernst. Denn mit Spaß lassen sich manche Klippen im Alltag umschiffen und Streitigkeiten reduzieren.

Es gibt Kinder, die Aioli lieben, Brokkoli mit Genuss verspeisen und mit einem Glas Wasser zufrieden sind. Doch mindestens genauso häufig sind Kinder, denen der Brei zu stückig ist, die Brotrinde zu hart, der Spinat zu bitter und das Schnitzel zu zäh. Gar nicht so selten wird das Essen dann zu einem Machtkampf. Die Eltern meinen es nur gut, haben die Vitamine und Nährstoffe im Kopf, die ein Kinderkörper zum Wachsen benötigt, und versuchen, das Kind zu überlisten. Die Verzweiflung bringt einige Mütter und Väter dazu, den Nachwuchs mit irgendetwas abzulenken, sodass er mehr oder weniger mechanisch kaut und schluckt. Andere nutzen Süßspeisen als Belohnung: „Wenn du den Brokkoli isst, bekommst du anschließend einen extragroßen Pudding.“ Vermutlich funktioniert beides sogar – auf kurze Sicht gesehen. Von den bewegten Bildern eingelullt, werden ein paar mehr Löffel im Mund verschwinden und für das Dessert wird der Brokkoli heruntergeschluckt. Möglicherweise mit geschlossenen Augen und ohne zu kauen. Aber immerhin, das gesunde Gemüse ist im Kind.

Allerdings sind Kinder schlau. Sie merken sich das mit der Belohnung und werden den Brokkoli als etwas abspeichern, das eine Belohnung braucht, um überhaupt gegessen zu werden. Ein gesundes Essverhalten entwickelt sich auf diese Weise nicht. Das entsteht vielmehr, indem Eltern als gutes Beispiel vorangehen, Essen nicht als Erziehungsmittel einsetzen („wenn du dein Zimmer aufräumst, darfst du ein Eis essen!“) – und sich einfach mal entspannen.

Kinder haben, sofern sie körperlich gesund sind, ein intuitives Gespür für ihre Bedürfnisse. Sie essen, wenn sie Hunger haben, und trinken, wenn sie durstig sind. Sie sind von Natur aus eher auf süß gepolt und skeptisch bei Bitterstoffen. Aber Kinder sind auch neugierig und lassen sich schnell für etwas begeistern. Genau das können sich Eltern zunutze machen: Vergessen Sie Sätze wie „Mit Essen spielt man nicht!“ und überraschen Sie Ihr Kind. Werden Sie kreativ und brechen Sie bewusst mit traditionellen Regeln bei Tisch.

Wenn ein schlechter Tag gut endet

An einigen Tagen läuft alles schief: Der Superhelden-Pullover ist in der Wäsche, weil es eisig draußen ist, muss die dicke Winterjacke angezogen werden, und die große Schwester hat beim Mittagessen den roten Lieblingsbecher bekommen. Meistens ist man spätestens am Nachmittag mit den Nerven dermaßen am Ende, dass das Abendessen nur noch in einem Desaster enden kann. Holen Sie beispielsweise an solchen Tagen die Picknickdecke hervor, breiten Sie diese im Wohnzimmer auf dem Boden aus und veranstalten Sie ein Home-Picknick. Gemüse wird zum Beispiel in bunten Schälchen als Sticks serviert, das Brot häppchenweise mit Holzspießen aufgespießt und das Getränk besteht ausnahmsweise aus einer leichten Saftschorle mit Papierstrohhalm. Statt mit einem Streit am Abendbrottisch endet der Tag plötzlich mit einem Lachen.

Kinder lieben es, der Bestimmer zu sein

Übrigens lässt sich ein ungewöhnliches Mittag- oder Abendessen durchaus als Ritual einführen, zum Beispiel indem einmal im Monat ohne Besteck gegessen wird. Nennen Sie diesen Tag etwa den „Steinzeittag“ und stellen Sie Speisen auf den Tisch, die sich als Fingerfood eignen. Alle Kinder lieben es darüber hinaus, wenn sie der Bestimmer sein dürfen. Das könnten sie beispielsweise sein, indem sie einmal im Monat bestimmen dürfen, was abends serviert wird. Legen Sie zum Beispiel Schälchen mit klein geschnittenem Obst und Gemüse als Bedingung fest, den Rest dürfen die Kinder frei wählen. Ältere Kinder dürfen dafür gern mit einkaufen. Und wenn es letzten Endes auf eigenwillige Zusammenstellungen wie Gummibärchen, Frikadellen, Schaumküssen und Käsewürfel hinausläuft, ist das völlig okay. Ab und an ist etwas Ungesundes erlaubt, wenn ansonsten die Ernährung ausgeglichen ist.

Speisen, die Lust aufs Essen machen

Doch damit ist die Kreativität noch lange nicht aufgebraucht. Denn fast immer funktionieren zudem kreative Speisen. Im Internet finden sich unzählige Beispiele für lustige Speisen wie Brot, das mit Ausstechförmchen ein besonderes Aussehen erhält, Kartoffelpüree mit Gesicht oder Gurken, die sich als Schlange tarnen. Kaum ein Kind wird Gesundes ablehnen, wenn es daherkommt wie Spielzeug. Probieren Sie es aus und vergessen Sie nicht, selbst mit sichtlichem Appetit zuzugreifen. Wer gern kocht, kann bei der Zubereitung der Speisen noch kreativer werden: Servieren Sie selbst gemachte Ofenpommes statt Pommes aus der Fritteuse, verstecken Sie pürierte Möhren in der Tomatensoße oder setzen Sie auf Farbe. Denn Kinder lieben es bunt. Je kräftiger eine Farbe, umso besser. So können Sie beispielsweise Kartoffelpüree mit einer kleinen Prise Safran oder etwas Curry eine besondere intensive Färbung verleihen. Auch Rot oder Violett sind bei Kindern sehr beliebt. Sie erreichen diese Farben zum Beispiel durch Rote Bete oder Heidelbeersaft.

Was auch immer Sie machen, lassen Sie sich nicht von den Essgewohnheiten Ihres genussignoranten Kindes stressen und vergleichen Sie es nicht mit dem alles essenden Kind von nebenan. Vertrauen Sie darauf, dass sich vieles auswächst und ein Kind, dem von Anfang an eine gesunde Ernährung vorgelebt wird, in späteren Jahren zu ausgewogenen Mahlzeiten zurückkehren wird.

Kreativität auf technisch –

wie wird man zum Erfinder?

Kreativität beginnt immer mit der Bereitschaft, die Dinge anders zu sehen als gewohnt – Kreativität ist ein Richtungswechsel des Denkens. Nur so können sich neue Ideen und Erkenntnisse einstellen. Beim Künstler mag das eine neue Art zu malen, zu schreiben oder zu komponieren sein – die Folgen für den Alltag der Menschen werden meist überschaubar sein. Im Bereich der technischen Kreativität hingegen haben neue Erkenntnisse – man spricht dann auch von Erfindungen – oft sehr weitreichende, nicht selten geradezu umwälzende Folgen für das Leben. Doch wie funktioniert diese technische Kreativität? Kann man trainieren, erfinderisch zu denken?

Es beginnt immer mit einer einfachen Frage

Die Frage, die am Beginn einer jeden technischen Erfindung steht, ist meist eine ganz einfache: „Kann ich einen alltäglichen, wiederkehrenden Ablauf in meinem Leben einfacher, schneller oder sicherer machen?“ Beispiel Waschmaschine: Wäsche mittels Seife, Waschbrett und Zuber zu waschen ist eine anstrengende, zeitraubende Angelegenheit. Der Schritt zur ersten Waschmaschine war ein sehr einfacher und begann mit einer naheliegenden Frage: Wie konnte man das Ganze etwas kräftesparender gestalten? Die Antwort: Man versah den Zuber mit einer Kurbelvorrichtung, mittels derer die Wäsche in der Waschlauge gewendet, bewegt und so gesäubert wurde – immer noch mit einigem Kraftaufwand verbunden, doch der entfiel mit dem nächsten Entwicklungsschritt bereits komplett, indem die menschliche Muskelkraft durch elektrische Energie ersetzt wurde.

Die kreative Idee bestand darin, den Elektromotor gedanklich mit dem Vorgang des Wäschewaschens zu verbinden. Von da zum Waschvollautomaten waren es nur noch kleine Schritte, die im Wesentlichen darin lagen, technische Fortschritte auf anderen Gebieten in eine ganz alltäglich gewordene Haushaltstechnologie einzubeziehen. Man hat zwar nicht den Computer erfunden, um das Waschen zu erleichtern. Doch das Waschen wurde wesentlich einfacher, indem man Computertechnologie in die Waschmaschinen einbaute. Das zweite wesentliche Antriebsprinzip technischer Kreativität ist also die Fähigkeit, Erfindungen aus anderen Bereichen einzubeziehen und so eine Verknüpfung herzustellen zu dem Problem, mit dem man sich konfrontiert sieht.

 

Bionik – die Verknüpfung von technischer Anforderung und Naturbeobachtung

Die Kunst der Verknüpfung kann man am Beispiel der Bionik gut nachvollziehen. Bionik ist ein Kunstwort, das sich aus den Begriffen Biologie und Technik zusammensetzt. Hier geht es nicht darum, andere Erfindungen einzubeziehen, sondern Dinge, die die Natur selbst hervorgebracht hat – ein guter Gedanke, denn die Natur ist hinsichtlich des Erfindungsreichtums kaum zu übertreffen.

Der Gedanke, ein Fluggerät zu entwickeln, beruhte auf so einer Verknüpfung: Man beobachtete den Flug von Vögeln oder Fledermäusen und versuchte – zunächst mit bescheidenem Erfolg – den Aufbau von Flügeln auf von Menschenhand konstruierte Gestelle zu übertragen. Anfängliche, mitunter sogar tödliche Misserfolge überwand man durch die Fähigkeit der Fehleranalyse – die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen, ist das dritte wichtige Merkmal der technischen Kreativität.

Der sogenannte Lotuseffekt ist ein weiteres Beispiel: An den Blättern der Lotuspflanze erkannte man, dass Wasser auf ihnen stets abperlte – diese Beobachtung gab den Anstoß zur Entwicklung extrem schlecht benetzbarer und selbstreinigender Oberflächenstrukturen. Analog zum Bau von Pflanzen und Knochen wiederum entwickelte man besonders stabile und belastbare Baukomponenten, Katzenpfoten standen Pate bei der Erfindung neuartiger Profile von Autoreifen und der Klette verdankt man die Erfindung von Klettverschlüssen. Hier haben wir das vierte Merkmal technischer Kreativität: Beobachtungsgabe.

 

Auf zur ersten Erfindung!

Fassen wir die Merkmale technischer Erfindungen kurz zusammen: Man braucht als kreativer Erfinder erstens die Bereitschaft, vom Vertrauten abzuweichen, um das Leben zu vereinfachen; zweitens die Fähigkeit zur Verknüpfung von Dingen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben; drittens die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen; viertens eine gute Beobachtungsgabe. Das sind aber nur die Grundvoraussetzungen, die man unbedingt mitbringen muss. Unendliche Geduld, die Bereitschaft, Rückschläge wegzustecken, und die Fähigkeit zur Vernetzung mit anderen Menschen, die über nützliche Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, gehören ebenfalls dazu.

All diese Dinge kann man trainieren. Und auch, wenn nicht immer eine große Erfindung daraus wird: Zu kleinen Verbesserungen und sei es auch nur im persönlichen Alltag reicht es allemal!

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