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Fitness 2022: aktuelle Studie der pronova BKK

Weniger fit und weniger gesund als vor Corona?

Die Mehrheit der Deutschen ist infolge der Corona-Pandemie deutlich weniger fit als vor Pandemiebeginn: 81 Prozent fühlen sich weniger sportlich als noch 2019 oder konnten ihr Fitnesslevel zumindest nicht anheben. Nur 19 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger halten sich für fitter als vor der Pandemie. Diese Minderheit hat ihre Fitness trotz geschlossener Studios sogar steigern können – dies gilt vor allem für die unter 30-Jährigen.

Neben der nachlassenden Fitness sind auch gesundheitliche Beeinträchtigungen die Folge der Pandemiezeit: Insgesamt nehmen 65 Prozent der Deutschen nach zwei Jahren Pandemie gesundheitliche Folgen bei sich wahr. Neben Bewegungsmangel (35 Prozent) und Rücken- sowie Nackenschmerzen (27 Prozent) stellt ein Viertel der Deutschen psychische Probleme bei sich fest. Bewegungsmangel könnte dabei allerdings das zentrale Problem sein, da Körper und Psyche oft gleichermaßen unter fehlender körperlicher Betätigung leiden. Wir sprachen mit dem Personal Trainer und Athletiktrainer Arne Greskowiak.

Arne Greskowiak ist seit 14 Jahren Personal Trainer und Athletiktrainer in Köln. Er trainiert unter anderem die deutsche Basketballnationalmannschaft, die Eishockeymannschaft Kölner Haie und diverse Privatpersonen und Individualathleten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Er vertritt die Auffassung: Kein Mensch ist unsportlich.

„Wir müssen wieder mehr Bewegung in unseren Alltag bekommen!“

Was hat die Pandemie mit der sportlichen Leistungsfähigkeit der Deutschen gemacht?

Die ohnehin Sportlichen finden immer einen Weg, auch unter schweren Bedingungen ihr Training durchzuführen. Für die, die sowieso nichts machen, gab es jetzt eine einfache Ausrede. Problematisch war die Mitte. Sie musste ein Konzept finden, die fehlende Alltagsbewegung zu ersetzen – ohne zu wissen, wie lange die Corona-Situation andauert. Viele haben sich Fahrradergometer und Co. angeschafft. Dabei ist es wichtig, die Geräte in den Alltag zu integrieren, nicht im Keller verstauben zu lassen.

Männer bescheinigen sich in der Studie ein höheres Fitnesslevel. Wie kommt das?

Gerade Männer unter 50 überschätzen sich oft und fühlen sich kräftiger, als sie sind. Das zeigt sich bei vielen Sportveranstaltungen, bei denen die Herren schnell losrennen, aber nicht durchhalten. Während Männer nach kurzer Internetrecherche die Hanteln ausprobieren, schließen sich Frauen eher Onlinegruppenformaten an. Sie suchen öfter nach professioneller Anleitung.

Wie konnten es immerhin 38 Prozent der fitten Deutschen schaffen, ihre Sportlichkeit während der Pandemie zu steigern?

Für ein gesundes Leben im Alltag muss die Fitness auf der Prioritätenliste nach oben wandern und hinter Familie und Arbeit ihren Platz finden. Ich sage beim Personal Training immer, dass jeder ein Prozent seiner Zeit für Sport aufwenden kann. Das klingt wenig, sind aber immerhin 100 Minuten pro Woche, die zum Beispiel in zweimal 50 Minuten aufgeteilt werden können. Wichtig ist ein individueller Trainingsplan.

Durch Corona leiden die Menschen unter Bewegungsmangel, Rücken- und Nackenschmerzen und auch psychischen Problemen.

Zwei Drittel sind eine sehr hohe Zahl an Beeinträchtigten. Psychisch haben die fehlenden Kontakte und der geänderte Alltag Spuren hinterlassen. Alltagsbewegungen sind weggefallen, wenn man zum Arbeiten vom Bett direkt an den Küchentisch gewandert ist. Die ungesunde Haltung auf unergonomischen Stühlen über die lange Zeit des Homeoffice-Provisoriums wirkt sich auf Rücken und Nacken aus.

Was können Betroffene dagegen tun?

Wir müssen wieder mehr Bewegung in unseren Alltag bekommen. Ziel sind 7.000 Schritte am Tag, aufgezeichnet mit einer App oder Uhr. Dafür muss man falsche Gewohnheiten durchbrechen und gezielt vor die Tür gehen. Sich kleine Ziele am Tag einbauen. Beispielsweise alle 45 Minuten einmal vom Tisch aufstehen, Schultern aktiv nach hinten strecken, um aufrecht zu stehen, und den Kopf nach links und rechts neigen.

Welche Auswirkungen hat die Seele auf den Körper?

Im Profisport wie im Eishockey kann das eine nicht ohne das andere. Und auch bei jedem anderen wirkt sich die Angst um soziale Kontakte oder das permanente Vergleichen auf Social Media negativ auf die Psyche aus. Sport hilft der Seele. Durch mehr Sauerstoffzufuhr und eine Anregung des Herz-Kreislauf-Systems fühlt man sich gut, nach einem ganzen Tag auf dem Sofa hingegen schlapp. Dazu kommt die meditative Wirkung der Bewegung, um den Kopf frei zu bekommen in der digitalen Welt. Nur einen Schritt vor den anderen setzen.

Outdoor-Sport und Onlinetraining haben in der Pandemie gewonnen. Werden diese Trends anhalten?

Beides wird bestehen bleiben. Viele Städte haben neue Outdoor-Bewegungsparcours gebaut, denn Sport an der frischen Luft ist gut. Gleichzeitig haben sich die Menschen abgewöhnt, an einem bestimmten Ort zu bestimmter Zeit zu sein. Beim Joggen und beim Radfahren sind sie frei in der Zeiteinteilung, bei Onlinekursen zumindest örtlich flexibel. Digitale Angebote werden weiter boomen. Hingegen ist Fitness zu einem festen Termin in der Sporthalle eher ein Auslaufmodell.

Was ist ein gesundes Fitnessprogramm im Alltag?

Bewegung und Training müssen klar differenziert werden. Alltagsbewegung mit 7.000 Schritten pro Tag sollte kombiniert werden mit einem gezielten Training, das einen überschwelligen Reiz setzt. Es ist nicht damit getan, einmal in der Woche Sport zu treiben, wenn man Fitnessziele erreichen will.

Wie können Firmen Mitarbeitenden zu einem gesunden Lebensstil verhelfen?

Beim Betriebssport muss die Hemmschwelle so niedrig wie möglich sein. Der Fokus sollte darauf liegen, einen gesunden Lebensstil zu fördern. Mitarbeiter können beispielsweise Punkte sammeln. Im Bereich Ernährung können sie zwei Hände voll Gemüse essen und genug Wasser trinken, beim Training die Bewegung zählen, zur Regeneration weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen und ausreichend schlafen. Als vierter Punkt ist auch das Mindset wichtig. Moderne Benennung hilft, keiner will mehr Wirbelsäulengymnastik machen.

Zu den vollständigen Ergebnissen der repräsentativen Studie „Fitness 2022“, für die im Januar 2022 insgesamt 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt wurden, geht es hier:

Fit bleiben: (Online-)Fitnesstraining für zu Hause

Geschlossene Fitnessstudios, Trainingszwangspausen im Sportverein, weniger Bewegung im Alltag: Die Pandemiejahre haben die sportliche Leistungsfähigkeit bei der Mehrheit aller Deutschen verschlechtert – das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie „Fitness 2022“ der pronova BKK. 19 Prozent der Befragten fühlen sich hingegen fitter als je zuvor – sie haben kreative Ideen entwickelt und neue Onlinefitnessprogramme genutzt, um in der Corona-Zeit zu Hause zu trainieren. Sie wollen es ihnen nachmachen? Wir sagen Ihnen, wie.

Pandemie als Fitnessbremse: Bewegungsmangel und die Folgen

Rücken- und Nackenschmerzen, aber auch psychische Probleme: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden der pronova-BKK-Studie – befragt wurden 1.000 Menschen ab 18 Jahren spüren die Folgen des coronabedingten Bewegungsmangels gesundheitlich. Sportfachleute wie der Personal Trainer und Athletiktrainer Arne Greskowiak fordern darum: „Wir müssen wieder mehr Bewegung in unseren Alltag bekommen.“ Unterstützung bekommt er mit seinem Appell unter anderem vom Bundesgesundheitsministerium sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Job-Work-out: mehr Bewegung am Arbeitsplatz

Ob nun am Schreibtisch im Homeoffice oder beim Arbeiten im Betrieb: Wer will, kann seine Aktivität zwischen zwei Tätigkeiten steigern – beispielsweise beim Treppensteigen anstelle einer Fahrt mit dem Aufzug. Auch wer per Fahrrad zur Arbeit fahren oder sogar zu Fuß dorthin gehen kann, hat schon viel für seine tägliche Bewegung getan. Arbeitnehmende, die weiterhin im Homeoffice tätig sind, sollten die Zeit zwischen zwei Videokonferenzen für kurze Rücken- oder Fitnessübungen nutzen. Sportgeräte sind hierfür nicht erforderlich – schon ein einfacher Stuhl reicht.

Fitnesstraining zu Hause: Welche Übungen sind sinnvoll?

Gymnastikband, Hanteln, Stepper oder ein Hometrainer – viele Menschen haben während der Pandemie zuvor wenig genutzte oder längst vergessene Fitnessgeräte aus dem Keller geholt. Doch auch alle, die auf ein solches Equipment nicht zurückgreifen können, können ohne große Investition aktiv werden:

  • Bodyweight Training: Eines der effektivsten Sportgeräte ist das eigene Körpergewicht. Benötigt wird für die meisten Übungen lediglich eine Gymnastik- oder Isomatte. Das Spektrum reicht vom Treten auf der Stelle über Kniebeugen bis zum Beckenheben im Liegen. Der Vorteil: Wer mehrere Übungen miteinander kombiniert, fordert unterschiedlichste Muskelgruppen. In Zusammenarbeit mit Eishockeyprofi Dominik Tiffels und Leonardo Manzano Alvarez, dem Athletiktrainer der Krefeld Pinguine, hat die pronova BKK ein Video mit einem 7-Minuten-Workout für den ganzen Körper erstellt.
  • Alltagsgegenstände als Fitnessgeräte nutzen: Zwei Kunststoff-Wasserflaschen können in gefülltem Zustand problemlos kleine und größere Hanteln ersetzen. Schon das Heben und Absenken vor dem Oberkörper trainiert mehrere Muskelgruppen, Rumpfdrehungen mit leichten Wohnaccessoires wie einem Blumenhocker in der Hand wirken sich sogar positiv auf die Körperkoordination aus.

Der große Vorteil eines Zuhause-Work-outs: Wer es in kurze Trainingseinheiten einteilt – beispielsweise wenige Minuten morgens nach dem Aufstehen und weitere abends direkt vor dem Schlafengehen –, integriert es dauerhaft in seinen Alltag. Es gehört im Idealfall zum Tag wie beispielsweise das Zähneputzen.

Onlinetraining als Alternative: Nutzen Sie die Vorteile der pronova BKK

Nicht jeder Mensch schafft es, sich täglich allein zum Work-out zu motivieren. Seit Pandemiebeginn gibt es für diese Zielgruppe zahlreiche neue Angebote: Sportvereine und Fitnessstudios haben sogenannte Online-Livetrainings in ihr Fitnessprogramm aufgenommen. Das Spektrum reicht von Yoga über Tanzen bis hin zum Power-Work-out, Trainerinnen und Trainer leiten die Teilnehmenden professionell an, können Tipps geben und motivieren zum Durchhalten.

Für alle, die sich mehr Flexibilität, aber auch Anregungen für ihren Onlinetrainingsplan für zu Hause wünschen, hält die pronova BKK spannende Angebote bereit:

  • In Zusammenarbeit mit Gymondo erhalten Versicherte kostenfreien Zugang zum zertifizierten Präventionsprogramm Rücken fit & gesund. Dort zeigen lizenzierte Präventionstrainer und Physiotherapeuten in zehn Onlinetrainingsmodulen einfache und effektive Übungen, die die Rumpfmuskulatur stabilisieren, die Kraftausdauer steigern und Haltungsschwächen ausgleichen. Entspannungsübungen wirken wohltuend auf Körper und Geist und helfen beim Abbau des Alltagsstresses. Die zehn Einheiten können überall und jederzeit online über PC, Smartphone, Tablet oder auch Smart-TV abgerufen werden.
  • Auch Online-Bodyweight-Fitnesstraining gehört zum Angebot der pronova BKK. Anfänger und Profis können sich mithilfe unseres E-Coaches ihr persönliches Trainingsprogramm erstellen und im Zuge eines zehnwöchigen Work-outs sowohl Kondition als auch Kraft verbessern.
  • Weitere Kursideen – etliche davon sind ebenfalls per Computer oder Smartphone nutzbar finden Interessierte in der pronova-BKK-Präventionsdatenbank. Pro Jahr stellt die pronova BKK ihren Versicherten ein Präventionsbudget von bis zu 150 Euro zur Verfügung, das für Gesundheitskurse genutzt werden kann.

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